"Blockupy-Aktionstage"

Polizei räumt Occupy-Camp vor Europäischer Zentralbank

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Foto: AFP

Das Camp von Occupy-Aktivisten vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt ist aufgelöst worden. Dabei ging es "bunt" zu.

Das Occupy-Camp vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main ist weitgehend geräumt worden. Die Polizei löste am Mittwoch die Sitzblockade der Bewohner des Zeltlagers auf. Mehrere der Demonstranten bespritzten daraufhin die Einsatzkräfte mit Farbe aus einem bereitgestellten Bassin.

Ansonsten verlief die Räumung aber weitgehend friedlich. Nur vereinzelt kam es zu kleineren Rangeleien. Die nach den Farbattacken mit Schutzanzügen ausgestatteten Polizisten waren sichtlich bemüht, eine Eskalation zu vermeiden.

Der mit etwa 50 Mannschaftswagen angerückten Polizei standen rund 200 Occupy-Aktivisten gegenüber, von denen sich etwa die Hälfte an den Sitzblockaden beteiligte, die sie als passiven Widerstand bezeichneten. Die Stadt Frankfurt hatte die Räumung des Camps während der sogenannten „Blockupy“-Aktionstage im Bankenviertel aus Sicherheitsgründen verfügt.

Das Frankfurter Verwaltungsgericht bestätigte das Verbot, und erst kurz vor der Räumung wies am Mittwochmorgen auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel die dagegen gerichtete Beschwerde eines Campbewohners im Eilverfahren zurück.

Über die Klage gegen das weitgehende Verbot der von Mittwoch bis Sonnabend geplanten „Blockupy“-Aktionstage hatte der Gerichtshof bis dahin noch nicht entschieden.

Gleichwohl bereiteten sich die Banken und Einzelhändler in Frankfurt auf die angekündigten Blockupy-Aktionen in der Innenstadt vor.

„Die Sicherheitsvorkehrungen werden bei den größeren Häusern erhöht“, sagte der Vorsitzende des Frankfurter Einzelhandelsverbands, Joachim Stoll. Unter anderem werde das private Sicherheitspersonal aufgestockt.

Banken schließen Hochhäuser

Die Commerzbank kündigte an, zwei Hochhäuser im Bankenviertel während der angekündigten Proteste zu schließen. Sowohl der Commerzbank-Tower am Kaiserplatz als auch das Gallileo-Hochhaus an der Gallusanlage bleiben von Donnerstag bis Sonntag zu, wie ein Sprecher der Bank mitteilte. Auch die Deutsche Bank habe trotz des weitgehenden Verbots der Demonstrationen einige „Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden getroffen“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Frankfurter Oper und das Schauspiel, die der EZB gegenüberliegen, werden hingegen während der Aktionstage geöffnet bleiben. Die Polizei habe angekündigt, die Eingänge des von beiden genutzten Hauses frei zu halten. Der Spielbetrieb werde durchgängig aufrechterhalten.

Unmittelbar vor Beginn der Occupy-Räumung am EZB-Gebäude in der Frankfurter Innenstadt hatte die Polizei die Bewohner per Megafon noch vergeblich zum Verlassen des Geländes aufgefordert.

Am Ende der Räumaktion trugen Polizisten sowohl das mit Farbe gefüllte Bassin als auch darin badende Aktivisten weg. Die Beamten hatten zum Schutz ihrer Uniformen Overalls übergezogen.

( dpa/mim )

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