Lötzsch-Rücktritt

Linke-Spitzenpolitiker warnen vor Personaldiskussion

Nach dem überraschenden Rücktritt von Gesine Lötzsch übt sich die Linke im Nichtführen einer Personaldebatte - Nicht jedem gelingt das.

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Inhalt vor Personen: Die Linksparteiführung will der Debatte um eine Nachfolgerin für die zurückgetretene Vorsitzende Gesine Lötzsch durch Verweis auf bevorstehende Wahlkämpfe ausweichen. Parteichef Klaus Ernst mahnte am Donnerstag, die Linke solle sich mit sozialer Gerechtigkeit und nicht mit sich selbst beschäftigen. Der Vorsitzende der Thüringer Linksfraktion, Bodo Ramelow, rief die Partei auf, sich auf die Landtagswahlen zu konzentrieren – und äußerte seine Sympathie für einen Konkurrenten Ernsts.

Lötzsch war am Dienstag wegen der Erkrankung ihres Ehemannes zurückgetreten. Die Linke wählt im Juni eine neue Führung. Für den Vorsitz kandidiert bisher nur Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch.

Ernst schweigt zu seinen eigenen Plänen

Ernst sagte der "Passauer Neuen Presse“: „Wir müssen jetzt alle Kraft in den Wahlkampf stecken und nicht in unsinnige Führungsdebatten.“ Parteien, die sich im Wahlkampf mit sich selbst beschäftigen, seien nicht erfolgreich. „Unsere Themen liegen auf der Hand“, sagte Ernst. „Es geht um Arbeit und soziale Gerechtigkeit, um Demokratie und Frieden. Wir müssen Armut verhindern und die Menschen am wirtschaftlichen Aufschwung beteiligen.“ Jeder helfe der Partei jetzt am meisten, wenn er Wahlkampf mache und nicht über Personal spekuliere. Ob er selbst im Juni zur Wiederwahl antritt, wollte Ernst nicht sagen.

Ramelow lehnt Personaldebatte ab und spricht über Personen

Ramelow sagte der "Frankfurter Rundschau": “Ich hoffe darauf, dass die gesamte Partei weiß, dass es jetzt auf die NRW-Wahl ankommt und nicht auf eine Personaldebatte.„ Weil die Piraten für viele Protestwähler attraktiv seien, bestehe die Gefahr, dass die Linke den Wiedereinzug in den Düsseldorfer Landtag verpasse.

Seine Warnung vor Personalquerelen hielt Ramelow aber nicht davon ab, für die stellvertretenden Bundestagsfraktionsvorsitzenden Bartsch und Sahra Wagenknecht als künftige Parteichefs zu werben. Diese seien sein Wunschpaar. An der Spitze der Bundestagsfraktion sollten Gregor Gysi und Oskar Lafontaine stehen.