Militärischer Test

Nordkorea hält an umstrittenen Raketenstart fest

Foto: DPA

Trotz Warnungen steht der Abschuss einer Langstreckenrakete unmittelbar bevor. Asiatische Fluglinien ändern ihre Routen in der Region.

Nordkorea treibt die Startvorbereitungen für seine Langstreckenrakete trotz internationaler Warnungen weiter voran. „Wir rechnen noch an diesem Dienstag mit einem Abschluss der Aufbauarbeiten“, sagte Ryu Kum Chol, stellvertretender Direktor der Entwicklungsabteilung der Raumfahrtbehörde.

Nordkorea will die Rakete Unha-3 zwischen Donnerstag und nächstem Montag starten. Der Termin richtet sich nach dem 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung. Nach offiziellen Angaben soll sie einen Wettersatelliten ins All bringen, Nachbarstaaten und die USA vermuten aber eher einen militärischen Test für eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen auch Alaska erreichen könnte.

Der Start würde in jedem Fall gegen UN-Sanktionen verstoßen, mit der die Staatengemeinschaft die Raketen-Entwicklung des isolierten und verarmten Landes bremsen will.

Die USA, Russland und auch das Nordkorea vergleichsweise nahestehende China haben das Land vor dem Raketenstart gewarnt. In Südkorea, das formal noch im Kriegszustand mit dem kommunistischen Norden ist, wird zudem vermutet, dass ein dritter Atomtest in Vorbereitung ist. Geheimdienstkreise berichten unter Berufung auf Satellitenaufnahmen, dass dafür bereits Tunnel gegraben würden.

Mehrere asiatische Fluggesellschaften kündigten angesichts des geplanten Starts eine Änderung ihrer Flugrouten in der Region an. Rund ein Dutzend Flüge aus den USA, Japan und Südkorea würden an dem erwarteten Weg der Rakete vorbei gelenkt, teilte Philippine Airlines am Montag mit. Japan Airlines und All Nippon Airways kündigten an, die Routen von Flügen zwischen Tokio, Manila, Jakarta und Singapur zu verlegen.

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