Staatsanwaltschaft

Ermittlungen gegen Wulff umfangreicher als gedacht

Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff wegen des Verdachts der Vorteilsannahme soll umfangreicher als bisher bekannt sein.

Das Ermittlungsverfahren gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ist umfangreicher als bisher bekannt.

Die Staatsanwaltschaft Hannover bezieht sich in ihren Ermittlungen nicht nur auf Wulffs Urlaub mit seiner späteren Frau Bettina im "Hotel Stadt Hamburg" auf Sylt 2007, sondern auch auf den Aufenthalt des Paares in einer Ferienwohnung auf der Insel 2008 und zwei Übernachtungen im "Bayerischen Hof" in München 2008. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft der Berliner Morgenpost. "Die drei Vorfälle waren von Beginn an Gegenstand unserer Ermittlungen", sagte Oberstaatsanwalt Manfred Knothe. Groenewold, der eng mit Wulff befreundet ist, hatte 2007 von der niedersächsischen Landesregierung für seine Firma Waterfalls Productions GmbH eine Bürgschaft von über vier Millionen Euro erhalten. Allerdings wurde diese Bürgschaft nie in Anspruch genommen.

Rückendeckung bekommt Wulff jetzt von Carsten Maschmeyer. Er wolle Wulff weiter zur Seite stehen, sagte der Gründer des Finanzunternehmens AWD der "Bild am Sonntag". "Freundschaften bewähren sich besonders in schwierigen Zeiten", so Maschmeyer. Er kritisierte die im Zuge der Wulff-Affäre debattierte Nähe zwischen Politik und Wirtschaft als "absurd". Sie biete den Nährboden für Politikverdrossenheit. Er könne verstehen, wenn heute kaum noch jemand Politiker werden wolle.

( lac )