Kredit- und Medienaffäre

Osnabrück legt Ehrenbürgerschaft für Wulff auf Eis

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Im Dezember war der Bundespräsident für die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt Osnabrück vorgeschlagen worden. Einem Zeitungsbericht zufolge wird daraus erst einmal nichts.

Offenbar vor dem Hintergrund der Kredit- und Medienaffäre von Bundespräsident Christian Wulff hat der Rat der Stadt Osnabrück einen Vorstoß für dessen Ehrenbürgerschaft vorerst auf Eis gelegt.

Nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ hatte der Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück am 9. Dezember den gebürtigen Osnabrücker Wulff für die Ehrenbürgerschaft vorgeschlagen.

Thema wird vorerst nicht weiter verfolgt

Am 13. Dezember machte Wulffs Kreditaffäre Schlagzeilen. An diesem Tag habe der Verwaltungsausschuss des Osnabrücker Rates in nicht-öffentlicher Sitzung entschieden, das Thema vorerst nicht weiter zu verfolgen. Seitdem sei der Vorgang nicht erneut auf die Tagesordnung gekommen, berichtet das Blatt.

Ein Stadtsprecher bestätigte, dass sich der Ausschuss mit dem Thema befasst habe. Er wollte jedoch keine direkte Verbindung zwischen dem Beschluss zur Nichtbehandlung und der Affäre ziehen.

Die Entscheidung über eine Ehrenbürgerschaft sei ein langwieriger Vorgang, sagte er. Über das Thema sei seit der Antragstellung nicht gesprochen worden. Wann eine Entscheidung falle, könne er nicht sagen.

An Glaubwürdigkeit verloren

Nicht nur in Osnabrück hat der durch die Kredit- und Medienaffäre ins Straucheln geratene Wulff wohl an Glaubwürdigkeit verloren. Derzeit hält nur ein knappes Drittel (31 Prozent) der Bundesbürger Wulff für glaubwürdig, wie kürzlich eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap ergab.

Die Mehrheit (56 Prozent) schätzt Wulff nicht mehr als würdigen Bundespräsident ein. Dennoch halten ihn 66 Prozent für sympathisch.

( AFP/dapd/beu )