Duisburg

Mordanschlag-Spur führt zu Zwickauer Terrortrio

Die rechtsextreme Zwickauer Terrorzelle ist möglicherweise für einen zweiten Mordanschlag im Ruhrgebiet verantwortlich. Grund sei eine vergleichbare Tatwaffe.

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Bei den Ermittlungen gegen die rechtsextreme Zwickauer Terrorzelle NSU wird einem Pressebericht zufolge auch eine Verbindung zu einem weiteren Mordanschlag im Ruhrgebiet vor acht Jahren geprüft. Nach einem Bericht der "WAZ"-Mediengruppe geht es dabei um den Fall eines türkischstämmigen Gastwirts, der im Dezember 2003 in Duisburg-Meiderich angeschossen worden war.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Duisburg bestätigte demnach, dass die Akte des Anschlags an das Landeskriminalamt geschickt worden sei, um dort auf einen NSU-Hintergrund überprüft zu werden.

Opfer überlebte durch Zufall

Anlass der Untersuchung ist dem Bericht zufolge offenbar eine vergleichbare Tatwaffe. Bei dem Meidericher Anschlag, den das Opfer durch einen Zufall überlebte, sei ein ferngesteuerter Schussapparat benutzt worden. Ein Apparat ähnlicher Bauart wurde nach "WAZ"-Informationen in dem abgebrannten Haus der Verdächtigen Beate Zschäpe in Zwickau gefunden.

Das Zwickauer Neonazi-Trio soll nach seinem Untertauchen 1998 die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gegründet haben. Der Gruppe werden neun Morde an Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 zur Last gelegt, außerdem der Mord an einer Polizistin 2007 in Heilbronn.

Neben dem Nagelbomben-Anschlag in Köln-Mülheim soll die jahrelang unentdeckt gebliebene Zelle auch für einen weiteren Sprengstoffanschlag in Köln 2001 verantwortlich sein, bei dem eine Frau schwer verletzt wurde.