Optimistischer Ausblick 2012

Steinmeier und Trittin werden rot-grünes Traumpaar

2012 wird Frank-Walter Steinmeier als Kanzler kandidieren – mit dem Grünen Jürgen Trittin an seiner Seite. Matthias Kamann erklärt die fiktive Entstehungsgeschichte.

Foto: picture alliance / dpa / picture alliance / dpa/dpa

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bleibt ganz cool, als im Februar bekannt wird, dass die Baukosten für Stuttgart 21 den Kostenrahmen um mindestens zwei Milliarden Euro übersteigen.

Natürlich, sagt Kretschmann, werde der Tiefbahnhof trotzdem gebaut, das Volk habe sich ja dafür ausgesprochen. Außerdem sei sein Koalitionspartner SPD für den Tiefbahnhof, das müsse man respektieren.

Doch bei den Kosten, so Kretschmann, hätten sich die Bürger auf niedrigere Angaben verlassen, und deshalb müsste das Zusatzgeld leider, leider von Bund und Bahn gezahlt werden.


Also werden die Grünen im Südwesten den Schwarzen S-21-Peter los und gelten als diejenigen, die immer schon gesagt haben, dass der Tiefbahnhof Unsinn sei. Zum Dank befördern die Stuttgarter Bürger in Umfragen den Grünen-Bundesvorsitzenden Cem Özdemir, der bei der Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Stuttgart 21 antreten wird, auf eine Zustimmung von 57 Prozent.

Darüber wiederum ist Özdemir so glücklich, dass er ganz generös dem Fraktionschef Jürgen Trittin öffentlich die alleinige Grünen-Spitzenkandidatur für 2013 im Bund anträgt, was Trittin annimmt, um umgehend mit SPD-Chef Sigmar Gabriel die Grundzüge einer rot-grünen Regierungsübernahme auszubaldowern.

Und weil Trittin bei den Grünen nun unangefochten ist, verliert die Viererspitze mit ihm und Renate Künast, mit Claudia Roth und Cem Özdemir ihre Funktion, sodass jüngere Grüne weiter nach vorn rücken und die Partei attraktiver machen können.

SPD und Grüne haben wieder stabile Mehrheiten

Zu diesen Aufsteigern gehört der schleswig-holsteinische Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck, der seine Partei bei der Landtagswahl im Mai auf 19,8 Prozent bringt, sodass einer Koalition mit der SPD (29,8 Prozent) nichts im Wege steht und alle vom rot-grünen Signal für 2013 reden.

Ministerpräsident wird der Sozialdemokrat Torsten Albig, einst Sprecher von Peer Steinbrück. Weil die schwarz-gelbe Koalition in Berlin im dritten Regierungsjahr ebenso chaotisiert wie in den ersten beiden Jahren, haben SPD und Grüne wieder stabile Mehrheiten in Umfragen.

Angeführt von Dietmar Bartsch, wechseln mehrere Dutzend pragmatische Politiker der Linken in die SPD. Sie setzen einen SPD-Parteitagsbeschluss durch, wonach einer Koalition mit den Linken eine Absage erteilt wird. Die SPD nominiert Frank-Walter Steinmeier zu ihrem Kanzlerkandidaten. „Das ist eine gute Wahl“, befindet Jürgen Trittin.

Lesen Sie auch den pessimistischen Ausblick: Rot-Grün wird sich hoffnungslos zerfleischen .