Linksextremismus

Zeuge im RAF-Prozess schickt Patrone an Gericht

Zuerst belastete ein Zeuge die frühere RAF-Terroristin Verena Becker im Prozess um den Mord an Siegfried Buback. Danach schickte er dem zuständigen Gericht eine Pistolenpatrone.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Der im RAF-Prozess um das Buback-Attentat zuständige 6. Strafsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart hat einem Medienbericht zufolge per Post eine Patrone in einem Leerumschlag erhalten.

Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtete, ergaben kriminaltechnische Untersuchungen des polizeilichen Staatsschutzes, dass der Absender der Patrone ein Mann ist, der im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker kürzlich als Zeuge vernommen worden war.

Der Mann habe im Zeugenstand behauptet, der ehemalige RAF-Terrorist Stefan Wisniewski habe ihm während einer gemeinsamen Zeit im Gefängnis anvertraut, dass die lediglich wegen Mittäterschaft angeklagte Verena Becker in Karlsruhe selbst geschossen habe. Gerichtssprecher Matthias Merz bestätigte „Focus“, dass der Fall an die Staatsanwaltschaft Stuttgart weitergeleitet wurde.

Bislang ist ungeklärt, welches RAF-Mitglied am 7. April 1977 Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine beiden Begleiter erschossen hat.