Kredit-Affäre

Unternehmer-Freund bringt Wulff in Bedrängnis

Neue Vorwürfe gegen den Bundespräsidenten: Der Hauskredit in Höhe von 500.000 Euro soll doch vom Unternehmer-Freund Egon Geerkens selbst kommen – nicht seiner Frau.

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Bundespräsident Christian Wulff bleibt wegen der Kredit-Affäre unter Druck. Neue Aussagen seines Unternehmer-Freundes Egon Geerkens lassen nach „Spiegel“-Recherchen den Schluss zu, dass die 500.000 Euro Darlehen de facto von ihm kamen. Wulff hat bislang beteuert, Kreditgeberin sei Geerkens Ehefrau Edith gewesen.

Der 67-jährige Geerkens sagte dem „Spiegel“, er selbst habe die Verhandlungen mit Wulff über den Kredit geführt. Er habe sich auch überlegt, „wie das Geschäft abgewickelt werden könnte“. Außerdem beruhe die freundschaftliche Verbindung in erster Linie auf dem Verhältnis zwischen Wulff und ihm.

An der Frage, von wem das Geld stammte, hängt die Glaubwürdigkeit Wulffs. Er hatte 2010 im niedersächsischen Landtag bestritten, dass es eine Geschäftsbeziehung zwischen ihm und Egon Geerkens gegeben habe.

Geerkens sagte dem Magazin, die Zahlung des Darlehens sei zwar über ein Konto seiner Frau erfolgt, für dieses Konto habe er allerdings eine Vollmacht. Die Rückzahlung der Darlehenssumme im Jahre 2010 sei auf ein Konto erfolgt, das ihnen beiden gehöre.

Wulff jedoch bleibt dabei: Der umstrittene Hauskredit kam von der Frau des Unternehmers. Das ließ das Staatsoberhaupt über seine Anwälte mitteilen.

Bei der Ausreichung des Kredits wurde nach Aussage des Unternehmers eigens ein Weg gewählt, bei dem die Namen der Beteiligten nicht auftauchen sollten.

„Wir sind beide sehr bekannt in Osnabrück. Und ich wollte nicht, dass irgendein Bank-Azubi sieht, dass so viel Geld von mir an Wulff fließt“, sagte Geerkens dem Magazin. Daher sei ein anonymer Bundesbank-Scheck ausgestellt und Wulff übermittelt worden.

Dafür, dass der ursprüngliche Eigentümer der Kreditsumme Egon Geerkens war, spricht laut „Spiegel“ zudem ein weiterer Umstand: Als das Paar Mitte der neunziger Jahre heiratete, war Geerkens bereits vermögend, während seine Frau Edith eine Angestellte seines Schmuckhandels war. Sie brachte Geerkens zufolge „kein nennenswertes eigenes Vermögen“ in die Beziehung ein. Zudem sei Gütertrennung vereinbart worden.

Dass Egon Geerkens in Vermögensfragen des Ehepaares gewöhnlich die Regie führte, darauf deutet laut „Spiegel“ ein weiteres Immobiliengeschäft hin. Im Jahre 2008 kaufte Edith Geerkens für knapp eine Million Dollar ein Haus in Florida, in dem Wulff Weihnachten 2009 Urlaub machte. Das Geld für den Kaufpreis hatte ihr ihr Mann allerdings zuvor per notariellem Darlehensvertrag geliehen.