Zusammenarbeit ausgeschlossen

Für Freie Wähler ist Guttenberg wie Gabriele Pauli

Die Freien Wähler wollen verstärkt schwarz-gelbe Wähler abwerben. Eine Zusammenarbeit mit Guttenberg schließt ihr Parteichef aus und nennt den Grund.

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Der Chef der Freien Wähler im Bund und in Bayern, Hubert Aiwanger, will seine Gruppierung bei der Bundestagswahl zum Anlaufpunkt für enttäuschte Wähler der Union und der FDP machen. „Diese Alternative wollen wir gerne sein“, sagte Aiwanger der „Süddeutschen Zeitung“.

Viele wirtschaftsnahe Wähler sähen Union und FDP „in der Sackgasse“. Als Beispiel hierfür nannte Aiwanger den früheren BDI-Chef Hans-Olaf Henkel.

Henkel wieder bei den Freien Wählern im Gespräch

Mit ihm tritt Aiwanger am 19. Dezember in Berlin auf. Eine Kandidatur Henkels bei den Freien Wählern sei zwar nicht sicher, dessen Interesse an der Partei aber „offensichtlich“, meinte Aiwanger.

Der 71-jährige Henkel spricht angesichts der aktuellen Euro-Krise seit Wochen über die mögliche Gründung einer neuen Partei . Er wurde schon bei der Europawahl 2009 als möglicher FW-Kandidat gehandelt, hatte dann aber den Freien abgesagt.

Guttenberg soll "was Eigenes gründen"

In dem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung“ hat Aiwanger auch eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister und CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg bei der Bundestagswahl 2013 ausgeschlossen. „Nein, danke, wir haben kein Interesse an Guttenberg“, sagte Aiwanger.

Der Ex-Minister solle es weiter bei der CSU versuchen, „oder was Eigenes gründen “.

Aiwanger nannte Guttenberg ein „männliches Gegenstück zu Gabriele Pauli“. Pauli war 2008 als ehemaliges CSU-Vorstandsmitglied für die Freien Wähler in den Landtag eingezogen, nach Streitereien aber schon kurze Zeit später aus deren Fraktion ausgeschlossen worden.

Der Illustrierten „Bunte“ sagte die einstige CSU-Rebellin, sie würde gerne in einer neuen Partei Guttenberg zusammenarbeiten. „Das könnte ich mir gut vorstellen." Die Zeit sei reif für neue Parteien. „In Deutschland sucht die Bevölkerung nach wählbaren und seriösen Alternativen zu den etablierten Parteien“, meinte die 54-Jährige.

Merz sagt Mitwirkung an Partei-Neugründung ab

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz erteilte unterdessen Spekulationen über ein politisches Comeback in den Reihen einer neuen bürgerlichen Partei eine Absage. Henkel hatte ihn wiederholt als mögliches Zugpferd einer neuen Partei rechts der Mitte öffentlich ins Spiel gebracht.

Der „Bild“-Zeitung sagte Merz: „Ich habe Herrn Henkel einen Brief geschrieben mit der Aufforderung, davon Abstand zu nehmen, meinen Namen im Zusammenhang mit einer Parteigründung weiterhin zu nennen.“

Auch der FDP-Euro-Kritiker Frank Schäffler will nichts von einer solchen Parteigründung mit Henkel wissen. „Es gibt keine gemeinsamen Pläne mit Herrn Henkel“, sagte Schäffler zu „Bild“. „Er will eine neue Partei gründen, ich nicht.“