Honorarprofessur

Steinbrück – "Das wird den Guttenberg treffen"

Mit seiner neuen Honorarprofessur sieht sich Peer Steinbrück (SPD) Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) akademisch um Längen überlegen – und macht sich Gedanken über dessen Reaktion.

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Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) will sich langfristig als Lehrkraft an die Uni Leipzig binden. „Das ist eine Verpflichtung“, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“ (Freitag) in einem Interview auf die Frage, ob er auch nach 2013 noch Zeit für seine Honorarprofessur an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät finden werde. „Da kann man nicht sagen, April, April. Das wäre ziemlich schofel“. Steinbrück wird als nächster möglicher SPD-Kanzlerkandidat gehandelt.

Mit seinem Ehrentitel will er im Wahlkampf aber nicht kokettieren. „Das würden die Leute zurecht als aufgesetzt empfinden.“ Allein schon seine Frau würde sich totlachen, die einen „echten Doktortitel“ habe, so der 64 Jahre alte Politiker. Er fühle sich von der Ernennung zum Honorarprofessor aber geehrt.

Natürlich sei er für die Hochschultätigkeit qualifiziert. „Was denken Sie denn? Drei Gutachter haben bestätigt, dass ich unter akademischen Gesichtspunkten einigermaßen verträglich bin“, sagte Steinbrück.

Steinbrück fühlt sich Guttenberg überlegen

Er bejahte in diesem Zusammenhang auch ausdrücklich die Frage, ob er nun, rein akademisch, dem über seine abgeschriebene Doktorarbeit gescheiterten CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg um Längen überlegen sei. „Ja. Ich bin jetzt Honorarprofessor. Das wird den Guttenberg schon treffen, denke ich.“

Steinbrück betonte, dass gerade die ostdeutschen Universitäten die Zeit nach der Wende genutzt hätten, um attraktive Bedingungen und Studiengänge zu schaffen. „Auch als Politiker bin ich schon immer gern an Universitäten und Schulen gegangen, habe Vorlesungen gehalten und mit jungen Leuten diskutiert. Dabei kann ich als Politiker erfahren, wie ticken die politisch.“ Und er könne im Gegenzug „vielleicht ein wenig den politischen Entscheidungsprozess dekodieren“.

Steinbrück erhält seine Ernennungsurkunde am 9. Dezember. Dann hält er an der Uni Leipzig auch seine Antrittsvorlesung zur Bedeutung der Europäischen Währungsunion.