Steuersenkung

Trick soll Facharbeiter stärker entlasten

Finanzminister Schäuble kommt der SPD entgegen: Gut verdienende Facharbeiter sollen von der Steuersenkung jetzt doch stärker profitieren als Spitzenverdiener.

Foto: picture-alliance / united-archiv / picture-alliance / united-archiv/united archives

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will einem Medienbericht zufolge bei der geplanten Steuersenkung auf Bedenken der SPD eingehen. Mit einem Trick sollen die Pläne von Union und FDP so ausgestaltet werden, dass ein gut verdienender Facharbeiter stärker entlastet wird als ein Top-Verdiener, der die sogenannte Reichensteuer zahlt, wie die „Süddeutsche Zeitung“ vorab unter Berufung auf den Referentenentwurf des Finanzministeriums berichtet. Die Steuersenkung werde dadurch ausgewogener gestaltet.

Neben anderen Gründen hatte die SPD die geplante Steuersenkung als sozial ungerecht abgelehnt , weil hohe Einkommen deutlich stärker entlastet werden sollten als kleine und mittlere. Damit drohte die Steuersenkung der schwarz-gelben Koalition am Widerstand der Sozialdemokraten im Bundesrat zu scheitern, die dort über die von ihnen regierten Länder über eine Blockademöglichkeit verfügen.

Laut Bericht würde die sogenannte Reichensteuer ab 2013 wieder ab einem Jahreseinkommen von 250.000 Euro fällig. „Insgesamt kommt es für hohe Einkommen zu einer Verringerung der Gesamtentlastung“, zitiert die Zeitung den Steuerexperten Frank Hechtner von der Freien Universität Berlin, demzufolge die Steuerlast des Facharbeiters um etwa 380 Euro sinkt – die des Spitzenverdieners aber nur um 367 Euro.