Christine Scheel

Grünen-Finanzexpertin wechselt zu Energiekonzern

Die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel wechselt aus dem Bundestag in die Wirtschaft. Sie wird neues Vorstandsmitglied des hessischen Energieversorgers HSE.

Foto: dpa / dpa/DPA

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Christine Scheel beendet ihre politische Karriere und wechselt in den Vorstand des südhessischen Energieversorgers HSE. Das teilte das in Darmstadt ansässige Unternehmen mit. Den Angaben zufolge wurde die 54-Jährige am Nachmittag vom Aufsichtsrat der HSE zum neuen Vorstandsmitglied bestellt.

Der Schritt erfolgte gegen den erklärten Willen des Darmstädter Oberbürgermeisters Jochen Partsch, der selbst den Grünen angehört und vergeblich versucht hatte, seine Parteifreundin von der Kandidatur abzubringen.

Scheel sei zwar eine hochkompetente Politikerin, entspreche aber nicht dem Anforderungsprofil eines Nachfolgers für den Technik-Vorstand des Unternehmens, hatte Partsch argumentiert. Nach Angaben des HSE-Aufsichtsratsvorsitzenden und früheren Darmstädter Oberbürgermeisters Walter Hoffmann (SPD) soll sie als Vorstandsmitglied jedoch das neue Ressort Nachhaltigkeit verantworten. Dazu gehört die Zuständigkeit für regenerative Energien, Energieeffizienz, Medienarbeit, Compliance und die Repräsentation des stark auf alternative Energien fixierten Unternehmens.

Den Angaben zufolge wird Scheel, die von 1998 bis 2005 Vorsitzende des Bundestagsfinanzausschusses war, ihr Abgeordnetenmandat niederlegen, um sich zum Dienstantritt 2012 ganz der neuen Aufgabe zu widmen. Scheel gehört zu den profiliertesten Abgeordneten der Grünen im Bundestag. Von 2007 bis 2009 war sie auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

HSE-Aufsichtsratschef Hoffmann nannte sie eine „Idealbesetzung“ für den Vorstandsposten. Schließlich gehöre ihr gesellschaftspolitisches Engagement den regenerativen Energien.

Scheel selbst sagte, sie freue sich auf die neue Aufgabe in Darmstadt. Der Wechsel von der Politik an die Spitze des Unternehmens sei die konsequente Fortsetzung ihres Engagements für eine nachhaltige Energiepolitik „mit dem übergreifenden Ziel des Erhalts unserer natürliche Lebensgrundlagen“. Scheels Vertrag ist zunächst auf drei Jahre befristet.

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