Liberale

FDP-General sieht in Piratenpartei ein Vorbild

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Piraten top, FDP mit historischem Tiefstand flop. Dabei könnten die Liberalen vom Erfolg der Piraten lernen, so der FDP-Generalsekretär.

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FDP-Generalsekretär Christian Lindner sieht im Erfolg der Piratenpartei auch Anstöße für die Liberalen. „Es wächst ein Wunsch nach Privatheit und Freiheit im Internet, den wir teilen“, sagte Lindner dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Viele Wähler würden sich mehr Transparenz in der Politik wünschen und fänden den Stil der Piraten „charmant“. „Man kann manches von den Piraten lernen, aber kopieren sollte man sie besser nicht“, sagte Lindner und sprach sich für mehr Bürgerbeteiligung aus. Die Möglichkeit von Volksbefragungen sei „diskussionswürdig“.

Drei Wochen nach ihrem Wahlerfolg bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin erreicht die Piratenpartei auch bundesweit einen neuen Rekordwert in der Wählergunst: Im repräsentativen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid jede Woche im Auftrag der „Bild am Sonntag“ erhebt, kommt die Partei auf neun Prozent – das ist ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Einen historischen Tiefstwert erreicht hingegen die FDP: Die Liberalen verlieren im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und liegen bei nur noch drei Prozent. Das ist der niedrigste Wert, den Emnid jemals in einer Sonntagsfrage für die FDP gemessen hat.

Stärkste Kraft bleibt in der Umfrage die Union mit unverändert 32 Prozent. Auch SPD (28 Prozent), Grüne (17 Prozent) und Linkspartei (sieben Prozent) erreichen den Wert der Vorwoche. Die sonstigen Parteien landen bei vier Prozent. Bei der Wahl in Berlin hatte die Piratenpartei überraschend 8,9 Prozent der Stimmen geholt und war damit erstmals in ein Landesparlament eingezogen. Sie stellt künftig 15 Abgeordnete im Abgeordnetenhaus.