Millionenschaden befürchtet

Lochfraß zerstört die Außenhaut der "Gorch Fock"

Der Schaden am Segelschulschiff "Gorch Fock" weitet sich aus. Dabei war erst vor anderthalb Jahren die Generalüberholung des Dreimasters auf einer Werft erfolgt.

Die Marine muss länger auf das Segelschulschiff " Gorch Fock " verzichten als ursprünglich geplant. "Derzeitiger Plan ist es, das Schiff Anfang Dezember wieder auszudocken", sagte Marinesprecher Achim Winkler am Freitag in Kiel.

Bei Instandsetzungsarbeiten auf der Kieler Lindenau-Werft hatten Arbeiter einen Riss am Rumpf des Segelschulschiffes "Gorch Fock" entdeckt.

Nach Angaben des Marineamtes in Rostock ist eine etwa sechs Quadratmeter große Stelle am Rumpf von Korrosion betroffen. Die Außenhaut des Schiffes muss an dieser Stelle erneuert werden.

In den vergangenen Tagen hat sich das Problem nach einem Bericht der "Kieler Nachrichten" sogar noch ausgeweitet. Mehrere weitere Stellen seien betroffen, der Schaden gehe möglicherweise in die Millionen.

Segelschulschiff seit 24. Oktober in der Werft

Marineamtssprecher Gunnar Wolff konnte am Freitag keine weiteren Schäden bestätigten. Es sei allerdings ein Sachverständiger eingeschaltet worden, der die Schäden am Rumpf der 89 Meter langen Bark untersuchen soll, sagte Wolff.

Hintergrund ist die erst vor anderthalb Jahren erfolgte Generalüberholung des Dreimasters auf einer Werft. Zur möglichen Schadenshöhe konnte Wolff keine Angaben machen.

Das Segelschulschiff liegt seit dem 24. Oktober im Dock der Werft. Grund waren ursprünglich Routinearbeiten am Schiffsrumpf. Im Mittelpunkt stand dabei der Austausch sogenannter Zink-Opferanoden.

Die gut faustgroßen Zink-Opferanoden sind am Schiffsrumpf befestigt und dienen dem Korrosionsschutz. Sie beugen dem Lochfraß vor und werden auf dem 1958 gebauten Dreimaster regelmäßig erneuert.

Derzeit keine Ausbildung an Bord

Ausgebildet wird derzeit nicht an Bord des Dreimasters. Nach dem tödlichen Sturz einer Kadettin im November vorigen Jahres wird das Ausbildungskonzept der Marine überarbeitet.

Die Soldatin war in Brasilien bei der Segelvorausbildung aus der Takelage gestürzt. Ihre Mutter hatte daraufhin schwere Vorwürfe gegen die Schiffsführung erhoben und Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung erstattet.

Nach weiteren Meldungen über unhaltbare Zustände an Bord untersuchten Marine und Staatsanwaltschaft die Vorfälle. Die Staatsanwaltschaft in Kiel sah allerdings keinen Hinweis auf Fremdverschulden.

Ursprünglich sollte die "Gorch Fock" nach dem Werftbesuch zu einer mehrwöchigen Ausbildungsfahrt starten.

Mit einem Törn in Richtung Neustadt in Holstein sollte sich die Stammbesatzung auf die Rückkehr zum normalen Schiffsbetrieb vorbereiten.