Madsack-Büroleiter

Gescheiteter MDR-Kandidat Hilder geht nach Brüssel

Bernd Hilder tauscht seinen bisherigen Posten als Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung" gegen die Leitung des Brüsseler Büros seines Verlags.

Foto: ZB / ZB/DPA

Nach dem Debakel um seine gescheiterte Wahl zum MDR-Intendanten verlässt Bernd Hilder nun auch seinen Posten als Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ). Der 52-Jährige werde künftig das Brüsseler Korrespondentenbüro der Mediengruppe Madsack leiten, zu der die LVZ gehört, wie der Verlag mitteilte. Ein Nachfolger sei noch nicht benannt worden. Gerüchte, wonach der jetzige Chefredakteur des LVZ-Ablegers „Dresdner Neueste Nachrichten“, Dirk Birgel, die Führung übernehmen soll, wurden dementiert.

Im September war Hilder als Nachfolger für den mittlerweile ausgeschiedenen MDR-Intendanten Udo Reiter nominiert worden. Bei der nachfolgenden Abstimmung im Rundfunkrat des Senders scheiterte der Journalist jedoch deutlich an der nötigen Zweidrittel-Mehrheit.

Job ging an ehemalige MDR-Justiziarin Karola Wille

Die Wahl war von Vorwürfen der mangelnden Staatsferne überschattet, da Hilder als Favorit der CDU-geführten sächsischen Staatskanzlei galt. Seit Anfang November führt die frühere MDR-Justiziarin Karola Wille den Sender.

Hilder arbeitete ab 1982 für 13 Jahre bei der ARD, zunächst als freier Journalist, dann als Politikredakteur beim damaligen Sender Freies Berlin (SFB), später als ARD-Hörfunkkorrespondent für Lateinamerika und die Karibik. 1995 übernahm er die Chefredaktion der „Schaumburger Nachrichten“.

Im November 2000 wurde er Chefredakteur des „Göttinger Tageblatts“, im November 2003 Chefredakteur der LVZ. Seit 2007 ist Hilder zudem Mitglied des Deutschen Presserats und seit März 2010 dessen Sprecher.