Wähler-Umfrage

Klaus Wowereit ist beliebter als Peer Steinbrück

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Berlins Regierender Bürgermeister belegt laut einer aktuellen Umfrage im Politiker-Ranking Platz zwei und steht damit vor dem ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück.

Nach seinem Sieg bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl erfreut sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei den Wählern plötzlich großer Beliebtheit. Bei einer Umfrage von TNS Forschung für den „Spiegel“ antworteten 61 Prozent der Befragten, dass Wowereit künftig „eine wichtige Rolle“ spielen solle. Beliebter ist nur Bundespräsident Christian Wulff. Auf den Plätzen drei und vier folgen mit Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und dem ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück zwei weitere Sozialdemokraten. Rang fünf belegt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Unterdessen formiert sich bei der SPD-Linken Widerstand gegen eine Kanzlerkandidatur Steinbrücks. „Peer Steinbrück verachtet die Partei und bezeichnet ihre Funktionäre gern als Heulsusen“, sagte Juso-Chef Sascha Vogt dem „Spiegel“. „Seine Kandidatur würde die SPD tief spalten, ein Großteil der Mitglieder stünde nicht hinter ihm.“ Der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Ralf Stegner warnte: „Wir dürfen uns nicht von einem Medien-Hype treiben lassen und zu einer vorgezogenen Entscheidung für Flügelkandidaten kommen.“

Künasts Absage an die Union

Kritik an Steinbrück kam auch von Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. Die Darstellung, dass er als Finanzminister die Finanzkrise „frühzeitig erkannt und dann meisterhaft gebannt hat, ist mehr Legende als Wahrheit“, sagte Trittin dem Magazin „Focus“. „Peer Steinbrück hat zusammen mit Michael Glos (CSU) die Krise noch geleugnet, als sie schon unabwendbar war, hat vielfach zu spät gehandelt und dann vieles nicht so konsequent gemacht wie nötig.“

Trittins Kollegin an der Spitze der grünen Bundestagsfraktion, Renate Künast, rät ihrer Partei derweil von Bündnissen mit der Union bei kommenden Wahlen ab. „Die Option Schwarz-Grün werden wir bei den nächsten Wahlen zumachen müssen“, zitierte der „Spiegel“ Künast. Die Wahl in Berlin habe gezeigt, „dass unsere Wählerinnen und Wähler da 150 Prozent Klarheit brauchen“. Künast war in Berlin vergebens als Spitzenkandidatin für das Amt des Regierenden Bürgermeisters angetreten. Sie hatte die Option Schwarz-Grün dort lange offengehalten und erst wenige Tage vor der Wahl ausgeschlossen.

Trotz der Streitereien in der Bundesregierung konnte die Opposition laut einer Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ nicht zulegen: Die Grünen verloren sogar einen Punkt auf 18 Prozent. Die SPD blieb bei 30 Prozent. Die Union legte einen Punkt zu und käme auf 33 Prozent. Die FDP würde erneut mit vier Prozent den Wiedereinzug ins Parlament verpassen. Die Linkspartei kam wie in der Vorwoche auf acht Prozent. BM

( BMO )