Studienbeginn

Ohne Wehrpflicht bekommen die Unis Probleme

Die Aussetzung der Wehrpflicht lässt die Erstsemesterzahlen weiter steigen. Das Land Nordrhein-Westfalen will den Ansturm mit Investitionen auffangen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Mit dem Ende der Wehrpflicht geht in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Studienanfänger weiter in die Höhe. Von 2011 an nähmen vermutlich rund 9500 junge Leute zusätzlich ein Studium auf, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) in Düsseldorf.

„Wir haben deshalb mit den Universitäten und Fachhochschulen in NRW eine Vereinbarung getroffen, um weitere Studienplätze zu schaffen.“ Die Ministerin kündigte zudem einen auf drei Jahre befristeten Ausbau der Studienberatung im Umgang von drei Millionen Euro an.

In den kommenden Jahren erwarten die Hochschulen einen Ansturm von Studienanfängern wie nie zuvor: Allein 2013 kommen mit dem doppelten Abiturjahrgang vermutlich 111.000 Erstsemester an die Hochschulen. Derzeit sind rund 518.000 Studierende an 37 öffentlich-rechtlichen sowie 31 privaten Hochschulen in NRW eingeschrieben.

Schulze sagte, wegen der Aussetzung der Wehrpflicht nähmen die Hochschulen 2011 vermutlich 5027 zusätzliche Studienanfänger auf und 2012 noch einmal 2595. Auch durch Neugründungen und Ausbau von Fachhochschulen sowie in privaten Hochschulen würden zusätzliche Studienplätze geschaffen. Für beide Jahre erhalten die Hochschulen insgesamt rund 46,5 Millionen Euro aus Mitteln des Hochschulpakts.

Gelder erst für 2013

Die Ministerin kritisierte, die Bundesregierung habe die wegen der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli erforderlichen Gelder erst 2013 bereitgestellt. Die Landesregierung habe sich daher entschlossen, den Bundesanteil vorzufinanzieren und schon im Haushalt für das kommende Jahr 33,25 Millionen Euro bereitzustellen.

Um dem Zuwachs an Studenten gerecht zu werden, investiert das Land bis 2020 rund zehn Milliarden Euro in verschiedene Programme - unter anderem für mehr Personal in der Lehre, Anmietung und Bau von Gebäuden, Ausbau von Mensen und Wohnheimen sowie für die Erweiterung von Bibliotheken und Laboren.