Ex-Libyen-Botschafter

Umzugsaffäre – Diplomat nach Afghanistan versetzt

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/dpa

Weil er heimlich nach Tripolis zurückkehrte, um Habseligkeiten zu holen, stand Matthias Meyer in der Kritik. Künftig steht das Büro des Diplomaten in einem Container-Camp.

Der ehemalige deutsche Botschafter in Libyen, Matthias Meyer, soll nach Afghanistan versetzt werden. Der 59-Jährige wird jedoch nicht Botschafter in Kabul, sondern Leiter der Außenstelle in Masar-i-Scharif, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Regierungskreise.

Der “Dienstsitz“ befindet sich auf dem Gelände des größten Bundeswehr-Stützpunkts in Afghanistan. In einem der vielen Container des Camps soll er für ein Jahr seinen Dienst ausüben und an den Botschafter in Kabul berichten. Diplomatenkreise werten dies als Strafversetzung.

Grund dafür sei Meyers heimliche Aktion, als er Mitte April ohne Wissen des Auswärtigen Amts nach Tripolis zurückgekehrt war, um dort persönliche Habseligkeiten aus seiner Residenz zu holen. Die Botschaft war Anfang März vorläufig geschlossen worden. Meyer habe jedoch mit Hilfe eines einheimischen Botschaftsangestellten Kartons mit seinen persönlichen Besitztümern in einem Dienstwagen nach Tunesien gebracht.

Erst nach Ermittlungen der Dienstaufsicht hatte der Botschafter die Reise zugegeben. Das Auswärtige Amt wollte die Versetzung Meyers nicht kommentieren.

Meyer war seit 2009 Deutscher Vertreter in Tripolis. Der Jurist gilt als erfahrener Diplomat mit viel Erfahrung in islamischen Ländern und Krisenregionen. Unter anderem war er vor Libyen im Sudan und in Usbekistan stationiert.

( won/ks )

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