Deutschlandtrend

Meiste Deutschen sind gegen Rettungsschirm

Die Mehrheit der Deutschen ist zwar für eine verstärkte europäische Zusammenarbeit, aber gegen eine Erweiterung des Euro-Rettungsschirms und eine Beteiligung an möglichen Euro-Bonds.

Die Mehrheit der Bundesbürger spricht sich für eine verstärkte europäische Zusammenarbeit aus, lehnt den erweiterten Euro-Rettungsschirm aber ab. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen Deutschlandtrends der ARD und der Tageszeitung „Die Welt“. Demnach sind 64 Prozent der Ansicht, dass die europäischen Länder vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in den nächsten Jahren enger zusammenrücken und noch mehr gemeinsame Politik machen sollten. Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) sind allerdings trotzdem der Meinung, dass der Bundestag dem erweiterten Euro-Rettungsschirm nicht zustimmen sollte.

Auch die Beteiligung an möglichen Euro-Bonds, wie sie die SPD fordert, stößt mehrheitlich auf Ablehnung. Nur 35 Prozent der Deutschen finden, Deutschland sollte im Falle der Einführung von Euro-Bonds sich in einem gewissen Umfang an solchen Anleihen beteiligen. 55 Prozent sind nicht dieser Ansicht. 80 Prozent der Deutschen sind zudem davon überzeugt, dass „der schlimmste Teil der Euro- und Schuldenkrise uns noch bevorsteht“.

Die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat in der Libyen-Frage, wegen der Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in die Kritik geraten war, wird auch nach dem Sturz von Gaddafi mehrheitlich gutgeheißen. 54 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass diese rückblickend richtig war.

In der Sonntagsfrage legt die Union gegenüber dem August um drei Punkte zu und erreicht jetzt 35 Prozent – das sind rund zwei Prozentpunkte mehr als bei der Bundestagswahl 2009. Die SPD verharrt unverändert bei 28 Prozent. Die FDP kann sich ebenfalls nicht verbessern und bleibt bei vier Prozent. Die Grünen verlieren drei Punkte und landen bei 20 Prozent. flk