Kritik des WWF

Deutscher Ostseeschutz hat nur "Kreisliga-Niveau"

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Deutschland erhält in Sachen Ostseeschutz keine guten Noten von der Umweltstiftung WWF. Noch schlechter schneiden zwei osteuropäische Staaten ab.

Der deutsche Umweltschutz für die Ostsee erreicht nach Einschätzung der Umweltstiftung „World Wide Fund For Nature“ (WWF) lediglich „Kreisliga-Niveau“.

Die deutschen Maßnahmen werden ebenso wie die Meeresschutzbemühungen der Schweden mit „ausreichend“ bewertet. Die beiden Staaten hätten nicht einmal die Hälfte des Machbaren erreicht, heißt es im Ländervergleich des WWF. Die übrigen sieben Anrainerstaaten fallen in puncto Ostseeschutz sogar glatt durch, sagte WWF-Ostsee-Experten Jochen Lamp.

Für seine regelmäßigen Ostseeschutz-Ranglisten untersucht der WWF unter anderem die Fortschritte der Länder im Kampf gegen Überdüngung und Umweltgifte im Meer sowie beim Schutz der marinen Artenvielfalt.

Russland und Lettland hinten

Obwohl Deutschland und Schweden mit einem „ausreichend“ glimpflich davongekommen sind, könne das nicht über das Versagen insgesamt hinwegtäuschen, hieß es in der WWF-Mitteilung. Unter anderem müsse der Bundestag „endlich die Ballastwasserkonvention gegen das Einschleppen fremder Arten in die Ostsee ratifizieren“, forderten die Naturschützer.

Lettland und Russland hatten bei diesem „Wettbewerb“ die Rote Laterne mit schwachen Ergebnissen in den Bereichen Naturschutz, Schifffahrtsregeln und Raumplanung. Russland ist auch Schlusslicht bei der Vermeidung von Umweltgiften.

„Wirksamer Umweltschutz lässt im gesamten Ostseeraum weiter auf sich warten“, lautet das Fazit des WWF.

( dpa/smb )