Kritik an EZB

Schäuble hält Wulffs Krisen-Kritik für unangebracht

Finanzminister Wolfgang Schäuble lehnt die Kritik von Christian Wulff an der Krisenpolitik der EZB ab. Er betont die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank.

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Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Kritik von Bundespräsident Christian Wulff an der Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) als unangebracht zurückgewiesen. „Wir sind alle gut beraten, wenn wir die Unabhängigkeit der Notenbank respektieren und ihre Entscheidungen akzeptieren und sie nicht kritisieren“, sagte Schäuble auf einer Konferenz der „Zeit“ in Frankfurt am Main.

Der Euro sei eine stabile Währung. Wulff hatte der EZB am Vortag ungewöhnlich deutlich vorgeworfen, mit dem Kauf von Anleihen maroder Euro-Länder für rund 110 Milliarden Euro weit über ihr Mandat hinausgegangen zu sein.

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt verteidigte das Vorgehen der Währungshüter. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sei zwar nicht der Präsident Europas, aber de facto habe nur er handeln können, sagte Schmidt und schränkte ein: „In Wirklichkeit wäre sein Handeln gar nicht notwendig gewesen, wenn die Regierungschefs früher und durchgreifender gehandelt hätten.“

Außerdem habe Deutschland bisher noch keinen einzigen Euro nach Athen überwiesen: „Die sollen sich also nicht so aufspielen.“