Umstrittenes Glückwunschschreiben

Linken-Brief an Castro von Automat unterzeichnet

Während die Vorsitzenden der Linkspartei Gesine Lötzsch die Glückwünsche ihre Partei verteidigte, ist nun ein Schuldiger für den Fauxpas gefunden: der Unterschriftenautomat. Das heftig kritisierte Schreiben an Fidel Castro wurde offenbar automatisch erstellt und von den Parteichefs nur zur Kenntnis genommen.

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Das umstrittene Glückwunschschreiben der Linkspartei an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro ist einem Pressebericht zufolge von den beiden Parteichefs nur vage zur Kenntnis genommen und von Unterschriftenautomaten unterzeichnet worden. Der Text, in dem Castro zum 85. Geburtstag zu seinem „kampferfüllten Leben und erfolgreichen Wirken“ gratuliert wird, sei von Mitarbeitern der Linken-Parteizentrale verfasst und versandt worden, berichtete die „Leipziger Volkszeitung“ (Mittwochsausgabe). Es trug demnach die automatisierte Unterschrift der beiden Parteichefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst.

Inzwischen verfügten die beiden Parteichefs, das keine Schreiben mit elektronischer Unterschrift mehr versandt werden, wie eine Parteisprecherin auf Anfrage bestätigte. Der „Leipziger Volkszeitung“ zufolge heißt es in diesem internen Schreiben: „Liebe Genossinnen und Genossen, im Auftrag der Vorsitzenden teile ich euch mit, dass wir ab sofort keine elektronischen Unterschriften der Vorsitzenden mehr verwenden. Schreiben im Namen der Vorsitzenden werden nur dann verschickt, wenn sie persönlich von ihnen unterzeichnet sind.“

Lötzsch hatte das Glückwunschschreiben am Montag gegen Kritik aus den eigenen Reihen und von anderen Parteien verteidigt. Gratulationsbriefe zum Geburtstag seien nicht dazu da, grundsätzliche Kritik zu üben, sagte Lötzsch. Sie betonte zugleich: „Natürlich kann man immer alles besser und schöner formulieren.“ Den Stil des Schreibens an Castro hatte auch Fraktionschef Gregor Gysi kritisiert. Darin waren auch die „Errungenschaften des sozialistischen Kuba mit seiner Beispielwirkung für so viele Völker der Welt“ gewürdigt worden.