Tibeter-Oberhaupt

Dalai Lama in Deutschland begeistert gefeiert

Zu Beginn seines offiziellen dreitägigen Besuchs in Hessen ist der Dalai Lama im Kloster Seligenstadt begeistert gefeiert worden. Rund 1000 Schaulustige klatschten und schwenkten tibetische Fähnchen, als der Friedensnobelpreisträger am Montag eintraf.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Der Dalai Lama hat seine dreitägige Hessenreise am Montag im ehemaligen Benediktinerkloster Seligenstadt begonnen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) begrüßte das geistliche Oberhaupt der Tibeter als „einen Freund Hessens“.

In der südhessischen Stadt besuchte der Dala Lama als erstes den Klostergarten. „Es ist wunderschön hier“, sagte er im Anschluss vor der Presse. Es sei für ihn „eine große Freude und eine große Ehre“, erneut in Hessen sein zu dürfen. Die Sympathie und die Freundlichkeit der Menschen berühre ihn sehr.

Der Religionsführer weilt auf Einladung der hessischen Landesregierung und des Landtags bis Mittwoch in Hessen. Nach dem Auftakt in Seligenstadt stand am Nachmittag ein Vortrag in der Frankfurter Universität Frankfurt auf dem Programm. Am Dienstag will der Dalai Lama eine Rede im Wiesbadener Landtag halten. Danach hat die Unterstützergruppe „Freunde für einen Freund“ zu einem Empfang geladen.

„Wir freuen uns sehr, dass er wieder bei uns zu Gast ist“, sagte Bouffier, der den als enger Freund seines Vorgängers Roland Koch geltenden Dalai Lama zum ersten Mal als Ministerpräsident begrüßte. Der Gast stehe weltweit für Gewaltlosigkeit und den Ausgleich zwischen den Religionen. „Er ist eine Persönlichkeit, die in der ganzen Welt Menschen bewegt und der ein Vorbild ist in seinem gewaltlosen Kampf für die religiöse und autonome Eigenständigkeit des tibetischen Volkes“, betonte Bouffier. Er wünsche dem Friedensnobelpreisträger und Träger des Hessischen Friedenspreises, dass er mit seinem friedlichen Streben für die Autonomie seines tibetischen Volkes Erfolg habe, fügte der Regierungschef hinzu.

Protest der Chinesen

Der Dalai Lama hatte Anfang August seine Position als weltlicher Führer der Tibeter an eine weltliche Exilregierung abgegeben, ist aber weiter deren geistliches Oberhaupt. Tibet ist von China besetzt. Gegen den Besuch des Dalai Lamas in Hessen hatte vergangene Woche der chinesische Generalkonsul in der Staatskanzlei und im Landtag protestiert. Es seien die üblichen Unmutsäußerungen gefallen, bestätigte ein Mitarbeiter der Staatskanzlei. Folgen für den Besuch oder seinen Ablauf habe das aber nicht.

In Seligenstadt wurde der Dalai Lama von rund 1.000 Zuschauern mit viel Beifall empfangen. Der Tibeter schüttelte bereitwillig Hände und streichelte Kinder, immer wieder hob er die Hände zum buddhistischen Friedensgruß über den Kopf. Beeindruckt zeigte sich der Dalai Lama von dem Klostergarten: Das sei nicht nur ein Ort der Ruhe und Erholung, sondern auch der praktischen medizinischen Hilfe. Das erinnere ihn an sein eigenes Mönchsdasein, sagte er. Zugleich lobte der Dalai Lama, man könne von den christlichen Nonnen und Mönchen noch etwas lernen: „Sie beten nicht nur, sie helfen auch.“

Ergriffen zeigte sich der Dalai Lama zudem von dem begeisterten Empfang der deutschen Zuschauer. 1973 sei er zum ersten Mal in Deutschland gewesen, schon damals habe er große Sympathie und Freundlichkeit erlebt. „Sie wird immer noch größer“, staunte er. Danach traf der Dalai Lama im Kloster zu einem Mittagessen auch mit den Landtagsfraktionschefs von SPD und Grünen zusammen.