Linken-Politiker

Lafontaine nennt Merkel "gefährlichste Frau Europas"

In den Augen des früheren Linken-Chefs Oskar Lafontaine versteht die Kanzlerin weder das Euro-System, noch die Finanzmärkte. Deshalb sei sie eine Gefahr für Europa.

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Der frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine sieht wenig Chancen, dass die Vorschläge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die Euro-Krise eindämmen können. Lafontaine, der unter Rot-Grün einst Bundesfinanzminister war, empfinde „Sorge und eine gewisse Resignation“, dass die Politik noch immer nicht in der Lage sei, das Treiben der Banken zu beenden, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“.

Solange „die Banken Zockerbuden sind und die Regierungen daran hindern, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, werde auch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer scheitern, erklärte Lafontaine. Zugleich attackierte er die Kanzlerin scharf: „Sie versteht das Euro-System nicht, und sie versteht die Finanzmärkte nicht.“

Wenn Deutschland als wichtigste Volkswirtschaft Europas Lohndumping betreibe, könne das System nicht funktionieren. Wegen ihrer „falschen Politik“ könne man Merkel daher als „gefährlichste Frau Europas“ bezeichnen. In der anhaltenden Schuldenkrise macht sich Lafontaine für eine „kräftige Vermögensabgabe“ stark.

Lafontaine wurde in seiner Zeit als Finanzminister von der englischen Boulevardzeitung "The Sun" selbst als "gefährlichster Mann Europas“ hinterfragt, die Ende November 1998 titelte: "Ist das der gefährlichste Mann Europas?".

In einem Interview bezeichnete er diesen Titel Jahre später als "Ehrentitel", weil er sich durch ihn in seinem Versuch, die Finanzmärkte zu regulieren, bestätigt sah.