Papst in Berlin

Noch Zehntausende Tickets für Papstbesuch zu haben

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Der Papst kommt nach Deutschland. Doch der große Ansturm auf die Tickets blieb bisher aus. In Berlin wird es langsam knapp, in Freiburg und Erfurt sind aber noch Tausende Plätze unbesetzt.

Mehr als 216.000 Menschen haben sich inzwischen ein Ticket für den Papstbesuch in Deutschland gesichert - mehrere Zehntausend Plätze aber sind noch frei. Bislang sei nur die Messe auf dem Erfurter Domplatz vollständig ausgebucht, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz.

In Berlin wurde die Online-Kartenbestellung angesichts von 64.000 Buchungen zwar für zwei Wochen ausgesetzt. Richtig viel Platz für kurz entschlossene Pilger ist aber noch am Freiburger Flughafen und rund um die kleine Wallfahrtskirche Etzelsbach in Thüringen. Die Anmeldung schließt hier offiziell erst zwei Wochen vor dem Besuch im September.

Für den zusammengezählt größten Andrang sorgen bislang die Events des katholischen Kirchenoberhaupts in Freiburg. Für den Abschlussgottesdienst am 25. September auf dem Flughafengelände haben sich nach Bistumsangaben 66.000 Zuschauer gemeldet - Platz hätten mehr als 100.000. Beim Angelus-Gebet am Freiburger Münster wollen 18 500 Gläubige dabei sein - „Es könnten rund 1500 mehr sein“.

"Wir nehmen Anmeldungen entgegen, so lange noch Plätze frei sind“, kündigte die Deutsche Bischofskonferenz an. Da die Karten in vielen Bistümern per Post verschickt werden, haben extrem Kurzentschlossene aber schlechte Chancen. Online laufe das Ticketverfahren noch bis zum 15. September, heißt es aus Erfurt und Freiburg.

Eng wird es für Spontan-Pilger auch in Berlin. Hier können sie sich in den kommenden zwei Wochen nur auf eine Warteliste setzen lassen. „Danach können wir die Zahl der Ehrengäste besser abschätzen und eventuell noch Karten für das Olympiastadion freigeben“, sagte ein Bistumssprecher.

64.000 Anmeldungen sind bislang gezählt, Platz wäre für 70.000 Zuschauer. Anfangs sei das Bistum von einem größeren Interesse ausgegangen, weil sich mehrere Tausend Gläubige doppelt oder dreifach angemeldet hätten. „Wenn sich jetzt riesiger Bedarf zeigt, können wir über Leinwände außerhalb des Stadions nachdenken.“

Public Viewing ist in Erfurt, wo die engen Altstadtgassen rund um den Domplatz die Zahl der Gottesdienstbesucher deutlich einschränken, ohnehin geplant. Ursprünglich hatten sich 42.000 Menschen für die Messe des aus Deutschland stammenden Papstes gemeldet. Tausende bekamen eine Absage, weil das Sicherheitskonzept nur 27.900 Zuschauer zulässt. „Inzwischen haben aber einige abgesagt, auch ganze Busgruppen“, sagte eine Bistumssprecherin. Ihre Karten seien anhand einer Warteliste wieder vergeben worden.

Die besten Chancen auf eine Begegnung mit dem Papst haben Gläubige bei der Marienvesper an der Wallfahrtskirche Etzelsbach im Norden von Thüringen. Rund 40.000 Besucher haben sich angemeldet - sie müssen sich auf einen kilometerlangen Fußweg vom nächsten Bahnhof oder der Autobahn einstellen, denn private Autos werden in der gesamten Gegend nicht durchkommen. Platz wäre auf der Kuhweide vor der Kapelle nach Bistumsangaben für bis zu 100.000 Menschen. Wenn man davon ausgeht, könnten an allen Standorten des Papst-Besuches zusammengezählt noch fast Hunderttausend Tickets vergeben werden.

( dpa/mim )

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