Piraterie

Ex-Soldaten sollen deutsche Schiffe schützen

Für den Schutz deutscher Seeleute in internationalen Gewässern könnten bald ehemalige Soldaten sorgen - zumindest wenn es nach der Polizeigewerkschaft geht. Zeitsoldaten würden ohnehin finanziert und könnten daher im Kampf gegen Piraten ausgebildet werden.

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Ehemalige Bundeswehrsoldaten sollen nach dem Wunsch der Polizeigewerkschaft deutsche Schiffe vor Piraten schützen. „Durch die Bundeswehrreform wird viel Personal abgebaut. Die Bundespolizei könnte kurzfristig bis zu 500 Zeitsoldaten übernehmen, sie für den Kampf gegen Seepiraterie ausbilden und sie dann auf deutschen Frachtschiffen einsetzen“, sagte Gewerkschaftschef Bernhard Witthaut der Zeitung „Die Welt“. Die Bundesregierung wies den Vorschlag zurück.

Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte dazu, „aus logistischer, finanzieller und operativer Sicht“ sei es für Bundeswehr und Bundespolizei nicht möglich, einen solchen Schutz anzubieten.

Witthaut sagte dagegen, nach ihrem Einsatz gegen Piraten könnten die Soldaten als Polizeibeamte ausgebildet werden. „Das wäre ein Anfang. Die Soldaten sind vorhanden, ihre Stellen werden im Haushalt ohnehin finanziert.“ Er plädierte außerdem für eine „Seesicherheitsgebühr“, um die Reeder an den Kosten für den Schutz durch die Bundespolizei zu beteiligen.

Die Reeder begrüßten die Forderung der Polizeigewerkschaft. „Das ist pragmatisch und realistisch“, sagte Ralf Nagel, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder in Hamburg. „Die Exportnation Deutschland kann es sich nicht leisten, weiter eine akademische Diskussion zu führen, während das Leben der Seeleute täglich bedroht ist.“

Jährlich passierten rund 1700 deutsche Schiffe das besonders gefährdete Gebiet im Golf von Aden. Das Gewaltmonopol sollte nach Ansicht der Reeder beim Staat bleiben; dafür seien sie bereit, sich an den Kosten zu beteiligen.

Nach Angaben der Bundesregierung vom Mittwoch wurden im vergangenen Jahr fünf Schiffe unter deutscher Flagge von Piraten überfallen. Weitere 69 überfallene Schiffe hätten deutschen Eignern gehört.