Kritik an Schwarz-Gelb

Neun von zehn Managern mit der FDP unzufrieden

Die große Mehrheit der deutschen Führungskräfte kritisiert die Arbeit der schwarz-gelben Koalition. Besonders schlecht schneidet ein FDP-Minister ab.

Foto: REUTERS

In der deutschen Wirtschaft wächst die Kritik an der Arbeit der schwarz-gelben Koalition. 90 Prozent der Führungskräfte sind besonders mit der Leistung der FDP in der Koalition unzufrieden, wie aus einer Umfrage im Auftrag des „Handelsblatts“ hervorgeht.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gaben die Führungskräfte dagegen breite Rückendeckung für seinen strikten Sparkurs. 85 Prozent sind zufrieden mit der Arbeit Schäubles. Der Finanzminister räumt der Haushaltskonsolidierung Vorrang vor Steuersenkungen ein.

Mit Abstand am schlechtesten schnitt in der Umfrage der ehemalige FDP-Chef Guido Westerwelle ab: 87 Prozent der Manager gaben an, sie seien nicht zufrieden mit der Arbeit des Bundesaußenministers. Über den neuen, seit Mai amtierenden Parteivorsitzenden und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler traute sich ein Drittel zwar noch kein Urteil zu, mit 38 Prozent war aber eine relative Mehrheit schon jetzt enttäuscht von dem neuen Mann an der Spitze der Liberalen.

Für den sogenannten Business-Monitor des „Handelsblatts“ befragte das Psephos-Institut in den vergangenen zwei Wochen knapp 778 Führungskräfte.

Kritik an der schwarz-gelben Koalition kam auch aus dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Dessen Präsident Klaus-Peter Keitel beklagte in der „Süddeutschen Zeitung“ die „Kurven“ und „vielen Kehrtwenden in der Politik“. Die Politik sei von Ereignissen wie der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima so getrieben, „dass sie schneller handelt als viele Details durchdacht sind“.

Den schnellen Ausstieg aus der Atomenergie etwa kritisierte Keitel als „Eingriff, der das Vertrauen der Wirtschaft in die Politik zerstöre“. Im Fall Griechenland-Krise sei es ein Fehler, die Probleme des Landes auf großer politischer Bühne unendlich lang zu diskutieren. Keitel sprach sich stattdessen dafür aus, dem Land mit einer Umschuldung Zeit zu verschaffen.