Sachsens Plagiatsaffäre

Minister muss wieder wegen Doktorarbeit zittern

Die TU Dresden prüft ein zweites Mal die Doktorarbeit von Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU). Er soll aus einer Studenten-Arbeit abgeschrieben haben.

Die Technische Universität Dresden (TU) überprüft die Plagiatsvorwürfe gegen den sächsischen Kultusminister Roland Wöller (CDU) ein zweites Mal. Eine Untersuchungskommission werde sich mit der Doktorarbeit befassen, um letzte Zweifel auszuräumen, sagte ein TU-Sprecher in Dresden.

Die TU sei davon überzeugt, dass die Arbeit bei der ersten Untersuchung „gut und richtig“ überprüft worden sei und die zweite Kontrolle keine neuen Erkenntnisse bringe. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) stärkte Wöller ebenfalls den Rücken.

2008 hatte die Kommission beanstandet, dass Wöller Teile einer fremden Magisterarbeit ohne Quellenangabe in seine Doktorarbeit übernommen hatte. Die Kommission hatte Wöllers Arbeitsweise als "bedenklich“ bewertet, ihm den Doktortitel aber mit der Begründung gelassen, dass ihm kein Täuschungsvorwurf im akademischen Sinne gemacht werden könne.

In der nächsten Auflage solle Wöller die fehlenden Fußnoten aber einfügen, empfahl die Kommission in einem Schreiben an den Minister.

Regierungssprecher Johann-Adolf Cohausz sagte, Wöller habe den Ministerpräsidenten ausführlich über die Lage unterrichtet. Tillich sehe keinen Anlass, an Wöllers Erklärung zu zweifeln. Das Promotionsverfahren sei die Angelegenheit des Ministers. Die Linke hat Auskunft von Tillich verlangt, ob er von den Plagiatsvorwürfen gegen Wöller gewusst hatte, als er ihn 2009 zum Kultusminister ernannte.

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