Sachsens Plagiatsaffäre

Kultusminister Wöller gesteht Fehler in Doktorarbeit

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Der sächsische Kultusminister Roland Wöller (CDU) soll aus einer Studenten-Arbeit abgeschrieben haben. Er hat nun Fehler gestanden, die "zu Recht gerügt" wurden.

Der unter Plagiatsverdacht stehende sächsische Kultusminister Roland Wöller (CDU) bekennt sich zu Fehlern in seiner Doktorarbeit aus dem Jahr 2002. „Ich habe Fehler gemacht, die sind zurecht gerügt worden“, sagte Wöller der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er sei „zerknirscht und getroffen“. Der CDU-Politiker fügte hinzu: „Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas passieren würde.“

Der Promotionsausschuss der Technischen Universität Dresden hatte Anfang 2008 eine „bedenkliche“ Menge Übereinstimmungen zwischen der Magisterarbeit eines Studenten und Wöllers Dissertation festgestellt. Er warf Wöller vor, er habe „im konkreten Einzelfall nicht im hinreichenden Maße mithilfe von Fußnoten auf die teilweise inhaltlich übereinstimmenden und sprachlich ähnlichen Stellen“ hingewiesen.

Diese Rüge sei für ihn „keine Kleinigkeit“, betonte der Kultusminister, der auch Professor für Volkswirtschaftslehre ist. „Allen fleißigen Schülern und Studenten kann ich nur raten: Nehmt es als Ansporn, ganz genau zu sein und die Arbeiten sogar besser zu machen als der Kultusminister“, sagte Wöller.

Urheber: „Karriere auf meiner Arbeit aufgebaut“

Für den Promotionsausschuss, der keinen „Täuschungsvorwurf im akademischen Sinne“ oder Urheberrechtsverstoß festgestellt hatte, sei der Fall abgeschlossen, sagte dessen Vorsitzender Bruno Klein der „Sächsischen Zeitung“. Die TU bewertete die Doktorarbeit 2002 mit der zweitbesten Note „magna cum laude“, einem „Sehr gut“, wie das Blatt unter Berufung auf das Kultusministerium berichtete.

Erstmals nahm der Urheber der Anschuldigungen öffentlich Stellung zu der Affäre. Er vermute, da habe „jemand seine Karriere auf eineinhalb Jahren meiner Arbeit aufgebaut“, sagte Bernd Adolph der „Zeit“ zufolge.

Er hatte die TU im Jahr 2007 erstmals über seinen Plagiatsverdacht unterrichtet. Demnach soll Wöller Teile seiner Doktorarbeit „Der Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands 1952-1975“ von Adolphs Magisterarbeit an der Universität Bonn aus dem Jahre 1990 abgeschrieben haben.

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