Zivi-Nachfolger "Bufdis"

Freiwillige bekommen weiter Kindergeld

Keine Nachteile für Freiwillige: Das Familienministerium sichert zu, dass die Eltern der neuen "Bufdis" weiterhin bis zu 215 Euro Unterstützung im Monat erhalten.

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Junge Erwachsene, die sich im neuen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) engagieren, bekommen keine Nachteile beim Kindergeld. Nachdem bislang unklar war, ob die Eltern von "Bufdis" das Kindergeld erhalten, stellt das Familienministerium nun klar: Die Unterstützung wird weiterhin voll gezahlt.

„Das ist ganz klarer Konsens in der Bundesregierung und im Bundestag“, sagte der Bundesbeauftragte für den Freiwilligendienst, Jens Kreuter. „So wird es gesetzlich verankert werden. Keinem Freiwilligen entsteht ein Nachteil.“ Allerdings werde ein Teil des Geldes rückwirkend zum Juli gezahlt, voraussichtlich im Herbst.

Kreuter wies damit Kritik von Wohlfahrtsverbänden unter anderem aus Niedersachsen und Bremen zurück. Diese hatten bemängelt, für die Interessenten sei noch unklar, ob ihre Eltern weiter Kindergeld erhielten, da der Bundestag darüber erst nach der Sommerpause entscheiden werde. Das halte viele von einer Bewerbung ab.

Die Diskussion gehöre zu "Aufregungen des Anfangs"

Demgegenüber betonte Kreuter: „Das Kindergeld geht nicht verloren, es gibt keinen Grund zur Verunsicherung.“ Bis die gesetzliche Regelung in Kraft trete, hätten die Einsatzstellen auch die Möglichkeit, das Kindergeld aus Fördermitteln des Bundes vorzustrecken.

Der Bundesbeauftragte rief die Verbände und Einsatzstellen erneut nachdrücklich dazu auf, gemeinsam für den neuen Dienst zu werben, der im Juli nach der Aussetzung der Wehrpflicht an die Stelle des Zivildienstes trat. „Wenn hier alle an einem Strang ziehen, wird er eine Erfolgsgeschichte werden, da bin ich ganz sicher.“

Die Diskussion um das Kindergeld gehöre für ihn zu den „Aufregungen des Anfangs“, sagte der Theologe und Jurist Kreuter. Die Bundesregierung habe in sehr kurzer Zeit einen grundlegenden Systemwechsel organisieren müssen. „Natürlich gibt es zu Anfang einer solchen Umstellung auch immer Bedarf zum Nachjustieren.“

Ab 2012 rechnet der Bund im Schnitt 35.000 Bufdis

Heute stelle die Bundesregierung mit insgesamt 350 Millionen Euro so viel Geld wie noch nie für freiwilliges Engagement bereit. Neben dem Bundesfreiwilligendienst komme dieses Geld auch dem Freiwilligen Sozialen Jahr und dem Ökologischen Jahr zugute.

Diese beiden Angebote werden nicht direkt vom Bund, sondern über die Länder verwaltet. Jetzt müsse der neue Dienst genauso bekannt werden wie die anderen Angebote, die bereits auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken könnten.

Der Bundesfreiwilligendienst startete nach Angaben des Familienministeriums zu Beginn des Monats mit rund 17.300 Freiwilligen. Unter ihnen waren etwa 14.300 junge Männer, die ihren Zivildienst freiwillig verlängert haben. Rund 3000 Verträge wurden neu geschlossen. Ab 2012 rechnet die Bundesregierung im Schnitt mit rund 35.000 Teilnehmern am Bundesfreiwilligendienst pro Jahr.