Schiessunfall in Afghanistan

Ex-Soldat muss wegen Kameraden-Todes vor Gericht

Der Ex-Afghanistan-Soldat, der Ende 2010 einen Kameraden getötet haben soll, kommt vor Gericht. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung und Ungehorsam verantworten.

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Ein ehemaliger Bundeswehrsoldat aus Thüringen steht von Ende September an wegen eines tödlichen Schießunfalls in Afghanistan vor Gericht. Der Prozess gegen den 21-Jährigen beginnt am 28. September, wie das Landgericht Gera am Montag mitteilte. Dem damaligen Hauptgefreiten, der im März aus der Bundeswehr entlassen wurde, werden fahrlässige Tötung und Ungehorsam in besonders schwerem Fall vorgeworfen.

Er soll im Dezember 2010 einen gleichaltrigen Kameraden aus dem bayerischen Bischofswiesen auf einem Außenposten nördlich des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) Pol-i Khomri beim Hantieren mit seiner Dienstwaffe getötet haben .

Die Anklage stützt sich auf Zeugenaussagen und ein Gutachten, wonach eine Fehlfunktion der Waffe ausgeschlossen werden kann. Die Angehörigen des Opfers treten in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Als Sachverständige sind ein Rechtsmediziner, ein Experte vom Bundesamt für Wehrtechnik sowie ein Waffengutachter des Landeskriminalamts geladen. Zudem sollen elf Zeugen vor Gericht aussagen. Zunächst sind fünf Verhandlungstage angesetzt.