Deutscher Salafist

Frankfurt verbannt Islamprediger Vogel auf Parkplatz

Islamist Vogel wollte erneut in Frankfurt auftreten. Am Schluss durfte er nur auf einem Parkplatz außerhalb von Dietzenbach über die "missverstandene Religion" sprechen.

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Die beiden islamistischen Prediger Pierre Vogel und Sven Lau haben bei Dietzenbach im Landkreis Offenbach vor rund 200 Zuhörern gesprochen. Rund 20 Gegendemonstranten, darunter Mitglieder der SPD-Jugendorganisation Jusos, hätten Plakate hochgehalten, auf denen „Freiheit-Demokratie-Emanzipation“ zu lesen war, teilte ein Polizeisprecher vor Ort mit.

Die Kundgebung zum Thema „Der Islam – die am meisten missverstandene Religion“ war für 500 Teilnehmer von dem Veranstalter Hamsa Bouras aus Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis beantragt worden. Die Stadt Dietzenbach hatte die Kundgebung genehmigt und ein Parkplatzgelände außerhalb der Stadt als Ort zugewiesen.

Vogel hatte zuvor versucht, zum dritten Mal innerhalb von vier Monaten in Frankfurt am Main aufzutreten. Dieses Mal durfte er nach Information der "Frankfurter Rundschau" aber wegen der Frankfurter "Ironman"-Veranstaltung nicht auftreten. Die Kundgebungen im April und Mai hatte er sich gegen ein ursprüngliches Verbot der Stadt gerichtlich erstritten.

Vogel und Lau gehören den Salafisten an, die vom Verfassungsschutz als gefährliche islamistische Gruppierung eingeschätzt werden. Als Salafisten werden religiöse und politische Bewegungen bezeichnet, die sich etwa seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts an einem idealisierten Bild der Frühzeit des Islam (arabisch „Salaf“ steht für „Ahnen“, „Vorfahren“) orientieren. In Deutschland wird ihre Zahl auf 3000 bis 5000 Personen geschätzt .

Salafistische Vereine wie „Einladung zum Paradies“, zu dem auch der Prediger Vogel gehört, werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Nach dessen Erkenntnissen hatte auch der Attentäter des Anschlags am Frankfurter Flughafen vom vergangenen März Kontakte zu salafistischen Seiten im Internet.

Der 1978 in Frechen bei Köln geborene Pierre Vogel war deutscher Jugendmeister im Boxen. 2001 konvertierte er zum sunnitischen Islam. Nach zwei Jahren Sprachstudium in Mekka begann er 2006, als Wanderprediger tätig zu werden. Vogel, der sich auch „Abu Hamza“ nennt, lehnt ein pluralistisches Nebeneinander von Religionen ab. Stattdessen sollten alle Menschen Muslime werden.