Umfrage

Drei Viertel der Führungskräfte klagen über Merkel

Miserables Zeugnis für die Kanzlerin: Eine Mehrheit der Wirtschafts-Bosse lehnt ihren Führungsstil ab. Immerhin kann Merkel mit der Außenpolitik punkten.

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Schlechte Nachrichten im Superwahljahr für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): In einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrage unter den Führungskräften in Deutschland erntet die Kanzlerin herbe Kritik. Wie die Umfrage des Marktforschungsinstituts Psephos für das „Handelsblatt“ ergab, zeigten sich fast drei Viertel der knapp 700 Befragten von der Politik Merkels „enttäuscht“. Vier von zehn Befragten bemängelten, ihr innerparteilicher Führungsstil habe der Partei in den vergangenen Jahren „eher geschadet“.

Auch den Verzicht des scheidenden Bundesbank-Chefs Axel Weber, lange Zeit Merkels Wunschkandidat für das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, schrieben die Manager mehrheitlich der Regierungschefin zu. Merkel habe Webers „Rat und die Fachkompetenz beim Kampf gegen die Euro-Krise nicht ausreichend gewürdigt und beachtet“, klagte fast die Hälfte der Befragten. Sie habe ihm „nicht ausreichend den Rücken gestärkt“, warfen 42 Prozent der Regierungschefin vor.

Dabei zeigte sich eine breite Mehrheit von mehr als 70 Prozent der Wirtschaftsvertreter mit der Außen- und Europapolitik der Kanzlerin insgesamt „sehr“ oder zumindest „eher zufrieden“. Speziell bei der Bewältigung der Euro-Krise habe die Regierungschefin gut agiert, urteilten die Manager aller Branchen und Unternehmensgrößen mehrheitlich. Insgesamt hielten 59 Prozent ihr Agieren für „eher gut“, weitere 23 Prozent gar für „sehr gut“.

Deutlich unzufriedener zeigten sich die Manager dagegen mit der Leistung Merkels in der Innenpolitik: So äußert sich fast die Hälfte der Befragten unzufrieden über die Innenpolitik der Kanzlerin.