Zivi-Nachfolger

Verbände sollen Werbetrommel für den "Bufdi" rühren

Noch ist das Interesse für den Bundesfreiwilligendienst gering. Deshalb sollen die Organisationen mehr werben. Die SPD verlangt eine bessere Bezahlung.

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Angesichts des verhaltenen Interesses am neuen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) will das Familienministerium die Wohlfahrtsverbände stärker in die Pflicht nehmen. Der Parlamentarische Staatssekretär Hermann Kues (CDU) sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ : „Junge Leute sind sehr wohl bereit, sich zu engagieren. Auch ältere Menschen wollen aktiv werden. Jetzt geht es darum, aktiv auf sie zuzugehen.“

Bis 2013 habe der Bund 3,5 Millionen Euro für eine Informationskampagne über den neuen Dienst veranschlagt, das sei ausreichend. „Selbstverständlich müssen jetzt auch die Einsatzstellen selbst die Werbetrommel rühren.“ Kues reagierte damit auf die Kritik einiger Wohlfahrtsverbände, die tausende freie Stellen nicht besetzen können.

Nach Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs gibt es derzeit 17.300 Freiwillige. 14.300 von ihnen sind frühere Zivildienstleistende, die ihren Dienst freiwillig verlängert haben. Kues zeigte sich optimistisch, dass die insgesamt 35.000 Stellen bis 2012 besetzt werden können. Einen ersten Anstieg der Nachfrage erwarte er nach den Sommerferien.

SPD fordert bessere Bezahlung für Bufdis

Die SPD sieht das schwache Interesse auch in der geringen Bezahlung begründet. Der SPD-Innenexperte Gerold Reichenbach will, dass die freiwilligen Dienstleistenden mehr Geld bekommen. „Bufdis müssen so viel verdienen wie Soldaten“, sagte Reichenbach der „Bild“-Zeitung . Seiner Ansicht nach ist die „schlechte Bezahlung“ der Hauptgrund dafür, dass sich bisher nur etwa 3000 Freiwillige dafür gemeldet hätten.

Diese bekommen für ihre Arbeit zurzeit ein „Taschengeld“ von maximal 330 Euro pro Monat. Soldaten, die freiwillig Wehrdienst leisten, erhalten dagegen einen Sold von rund 1000 Euro pro Monat. „Diese Differenz ist nicht nachvollziehbar“, sagte Reichenbac. „Es kann nicht sein, dass die Versorgung von Alten und Kranken weniger wert ist als der Dienst an der Waffe.“