K-Frage

Meinungsforscher warnt SPD vor Steinbrück-Hype

Alle Stimmen, die der Ex-Finanzminister beim konservativen Lager holen könnte, würde die SPD bei linken Wählern verlieren, warnt Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier eignet sich nach Ansicht der Deutschen am besten als Kanzlerkandidat seiner Partei. In einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin „Focus“ sprachen sich 28 Prozent aller Befragten und 37 Prozent der SPD-Anhänger für Steinmeier aus.

Den früheren Bundesfinanzminister Peer Steinbrück favorisierten 24 Prozent aller Befragten und 32 Prozent der SPD-Anhänger. Für SPD-Chef Sigmar Gabriel votierten elf Prozent der Befragten und 23 Prozent der Anhänger seiner Partei.

Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner warnte die SPD davor, mit Steinbrück in die Bundestagswahl 2013 zu ziehen. „Sollte er nominiert werden, wäre er der erste SPD-Kanzlerkandidat, der im SPD-Kernfeld Nummer eins, der sozialen Gerechtigkeit, schlechter als der Unions-Kontrahent bewertet würde“, sagte Schöppner der „Bild am Sonntag“.

Merkel liegt bei sozialer Gerechtigkeit vor Steinbrück

Zur Begründung verwies der Emnid-Chef auf eine Umfrage seines Instituts im Auftrag der Zeitung zu den Kompetenzwerten von Steinbrück und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den wichtigsten Politikfeldern. Danach liegt Merkel beim klassischen SPD-Thema soziale Gerechtigkeit mit 38 Prozent vor Steinbrück mit 36 Prozent.

„Die Stimmen, die ein Kanzlerkandidat Steinbrück bei der Konkurrenz kassiert, würde er gleichzeitig bei den linken und gewerkschaftlich orientierten SPD-Wählern verlieren.“ Eine Kandidatur Steinbrücks wäre damit ein „Wiederaufbauprogramm für die notleidende Linke“.

Bei der Frage, wenn sie sich als Kanzler wünschten, stimmten 42 Prozent der Befragten für Merkel und 39 Prozent für Steinbrück.

Gabriel wenig begeistert von Steinbrück-Debatte

Auch SPD-Chef Gabriel hadert offenbar mit Steinbrücks Rolle als Spitzenkandidat in spe. Steinbrück sei zwar "superpopulär", dennoch sei Besonnenheit angesagt. Der Zuspruch für Steinbrück offenbare einen "Hype", manche Medien suchten einen "Ersatz" für Ex-Verteidigungsminister Karl-theodor zu Guttenberg (CSU).

Gabriel selbst hat den jüngsten Umfragen zufolge keine Chance auf eine erfolgreiche Kanzlerkandidatur: Nur elf Prozent der Befragten sehen ihn in der Kandidatenrolle. Unter den Anhängern seiner Partei kommt Gabriel immerhin auf 23 Prozent der Stimmen. Emnid befragte am 6. und 7. Juli 1007 repräsentativ ausgewählte Personen.

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