Bundeswehr

Marine-Autor verhöhnt tote "Gorch-Fock"-Kadettin

In einem Marinemagazin darf ein Autor ungeniert gegen Frauen in der Armee wettern, auch gegen die verstorbene Kadettin Sarah S.

Foto: dpa / dpa/DPA

Um die Gleichberechtigung der Frauen in der Bundeswehr ist es wohl weniger gut bestellt, als offiziell behauptet wird. Denn in einem Artikel des renommierten "Marineforum" wettert ein Autor gegen die Gleichberechtigungspolitik der Armee und die Tatsache, dass Frauen an Bord des Segelschulschiffes "Gorch Fock" dienen dürfen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

So heißt es in dem Artikel, den die "Bild" zitiert, die deutsche Armee sei ein "Experimentierfeld einer Gleichheitsideologie, mit allen Konsequenzen,…zu denen nicht zuletzt der Tod der Kadettin auf dem Segelschulschiff 'Gorch Fock' im November 2010 gehört".

Damals war die Kadettin Sarah S. bei einer Kletterübung aus der Takelage des Schiffes gefallen und aufs Deck gestürzt. Dies nehme der Autor des Artikels zum Anlass und wehre sich laut "Bild" gegen die "Feminisierung" der Bundeswehr.

So schreibt er weiter: "Frauen zwingen den männlichen Kameraden faktisch ihre eigenen physischen Beschränkungen auf, indem sie Standards senken und Forderungen nach Veränderungen stellen."

Außerdem heißt es, der Dienst beim Militär lege "jenseits der körperlichen Fähigkeiten der meisten Frauen". Die tote Kadettin sei daher ein "Opfer einer Ideologie, die aus vermeintlich guter Absicht die Konsequenzen der Gleichberechtigung verschwiegen hat".