Pierre Vogel in Hamburg

Islamistischer Hassprediger leugnet Kopftuch-Zwang

Der deutsche Salafist Pierre Vogel ist vor 1100 Anhängern in Hamburg aufgetreten. Der Hassprediger sprach über die Wertschätzung der Frauen im Islam.

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Zu einer Kundgebung des umstrittenen islamistischen Predigers Pierre Vogel haben sich nach Polizeiangaben rund 1100 Anhänger am Hamburger Dammtor versammelt. Vogel predigte – unter den Augen der Polizei – von der Ladenfläche eines Lastwagens herab.

Unter den Zuhörern befanden sich vor allem junge Muslime, darunter auch viele Jugendliche. Unter den Zuhörern waren zahlreiche Frauen, von denen die meisten ihr Haar mit einem Tuch verdeckten. Einige trugen Gesichtsschleier. Laut polizeilicher Auflage durften sich die Teilnehmer nicht komplett vermummen, eine Trennung von Frauen und Männern wurde ebenfalls verboten.

Der Salafist Vogel ging in seiner Kundgebung laut dem "Hamburger Abendblatt" auf die Rolle der Frau im Islam ein . "Wer wurde gezwungen, ein Kopftuch zu tragen?", fragte Vogel. Niemand aus dem Publikum meldete sich. Außerdem sagte er, Frauen seien im Islam nicht weniger wert als Männer – die Wertschätzung sei einfach eine andere.

Um den Dag-Hammarskjöld-Platz in Hamburg versammelten sich mehr als 100 Gegendemonstranten, die Transparente mit Aufschriften wie „Nein zum politischen Islam. Nein zu Rassismus“ dabei hatten.

Die Polizei war mit rund 150 Einsatzkräften vor Ort. Der öffentliche Auftritt des deutschen Konvertiten, der als demokratiefeindlich gilt, war im Vorfeld stark kritisiert worden. Er hatte ähnliche Kundgebungen in Frankfurt am Main und im Westerwald abgehalten.