Angst vor Rufschädigung

FDP will Identität von Plagiatsjägern wissen

Der FDP-Europaabgeordnete Lambsdorff kritisiert die ungeprüfte, anonyme Veröffentlichung von Plagiatsvorwürfen im Netz. Er nimmt den ins Visier geratenen Chatzimarkakis in Schutz.

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Die anonymen Plagiatsjäger im Internet müssen sich nach Ansicht des FDP-Europaabgeordneten Alexander Graf Lambsdorff zu erkennen geben. „Es bestreitet niemand das Recht von Internetaktivisten, solche Untersuchungen durchzuführen und das dann auch auf ihren Plattformen zu veröffentlichen“, sagte Lambsdorff. „Nur müssen sie sich darüber klar sein, dass die sofort eintretende Rufschädigung ohne Überprüfung der Beweislage dem mittelalterlichen Pranger gleich kommt.“

Es sei eine Frage der politischen Kultur, dass man so etwas nicht einreißen lasse und dass man sich auch ganz klar zu erkennen gebe, sagte Lambsdorff. Und das täten etwa die Macher der Plagiatsplattform VroniPlag nicht.

Nach der zurückgetretenen FDP-Fraktionsvorsitzenden in Europa, Silvana Koch-Mehrin, war auch der liberale EU-Abgeordnete Jorgo Chatzimarkakis ins Visier der Plagiatsjäger geraten. Laut VroniPlag sind auf einem Viertel der Seiten seiner Promotion nicht eindeutig gekennzeichnete Zitate verwendet. Chatzimarkakis gab an, er habe verschiedene Zitierweisen verwendet. Die Arbeit wird zur Zeit überprüft.

Lambsdorff nimmt Chatzimarkakis gegen Vorverurteilungen in Schutz: „Wir leben in einer Mediendemokratie. Der erste Grundsatz - insbesondere auf dem Boulevard – ist: vereinfache und übertreibe. Wenn also ein Name auf einer solchen Plattform genannt wird, ist die verkürzte Darstellung ganz einfach: Name x auf Plattform y – ergo: Hier liegt ein Plagiat vor.“