Josef Schlarmann

CDU-Mittelständler probt den Aufstand gegen Merkel

Sorgen der Menschen falsch eingeschätzt, den Atomausstieg überstürzt, Entscheidungen falsch getroffen: Schlarmann holt zum Rundumschlag aus.

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Der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf kritisiert. „Viele Leistungsträger haben ein gutes Gespür dafür, dass einige Grundsatzentscheidungen in die falsche Richtung gehen“, sagte Schlarmann in einem Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“ . „Die Bundeskanzlerin darf sich mit ihrer Führung nicht in Berlin einbunkern“.

Schlarmann, der auch Mitglied des CDU-Bundesvorstands ist, äußerte die Sorge, „dass die politische Führung die Sorgen der Menschen falsch einschätzt“. Den von Merkel eingeleiteten Atomausstieg bezeichnete er als überstürzt: Energie in Deutschland würde dadurch nicht nur teurer, sondern auch weniger umweltfreundlich und unsicherer.

Zudem warf Schlarmann der Kanzlerin und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, falsche Schlüsse aus der positiven Haushaltsentwicklung zu ziehen.

„Wir müssen die im Koalitionsvertrag versprochenen Steuersenkungen unbedingt machen“, verlangte er.

Zur Debatte um Kredithilfen für Euro-Krisenländer sagte Schlarmann: „Intern brodelt es gewaltig.“ Der Einstieg in eine Transferunion sei ein schwerer Fehler. In der Eurozone solle der Bundeshaushalt für Länder riskiert werden, die definitiv überschuldet seien. „Das kann nicht gut gehen."