Gewalttat in Berlin

Alkoholverbot in Bahnen und Bussen gefordert

Der U-Bahn-Schläger von Berlin war betrunken. Bayerns Innenminister empfiehlt deshalb, bundesweit Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbieten.

Nach dem Gewaltexzess auf einem Berliner U-Bahnhof hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein bundesweites Alkoholverbot im öffentlichen Personennahverkehr gefordert. Dies würde zu mehr Sicherheit beitragen, sagte der CSU-Politiker Morgenpost Online.

„Mittlerweile wurde in München und Nürnberg für die U- und Straßenbahnen ein Alkoholverbot erlassen. Dies sollte bundesweit Schule machen“, sagte Herrmann.

Ein betrunkener Schläger im Alter von 18 Jahren hatte in der Nacht zum Ostersamstag im Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße einen 29-Jährigen mit Tritten gegen den Kopf so schwer verletzt, dass dieser das Bewusstsein verlor. Der Schüler hatte anschließend zugegeben, das Opfer aus reiner Streitlust zufällig ausgesucht zu haben.

Die Berliner Staatsanwaltschaft will den 18-Jährigen schnell vor Gericht bringen. Die Anklage wegen versuchten Totschlags gegen den 18-jährigen Schüler soll in zwei bis drei Wochen fertig sein.

Gegen den 18-Jährigen war Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen worden, er wurde aber von der Untersuchungshaft verschont. Dies hatte für Empörung gesorgt.

Erst im Februar war es zu einem ähnlichen Gewaltexzess gekommen, der bundesweit Entsetzen hervorrief. Im U-Bahnhof Lichtenberg hatten vier Jugendliche einen 30-Jährigen überfallen und mit Schlägen und Tritten schwer verletzt. Der Handwerker lag wochenlang im künstlichen Koma.