Rassismus

Türkei wirft Deutschland Schüren von Vorurteilen vor

Die Regierung in Ankara fordert Deutschland auf, mehr gegen Rassismus zu tun – Vorurteile von Politikern und Medien ermutigten Angriffe auf Türken.

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Die türkische Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayycip Erdogan hat Deutschland zu einem stärkeren Vorgehen gegen Angriffe auf ihre Staatsbürger aufgerufen.

Vermehrte Angriffe auf von Türken genutzte Privatwohnungen, Moscheen und andere Einrichtungen in den vergangenen Monaten in verschiedenen deutschen Städten seien „offenbar auf Rassismus, Fremdenhass und Islamophobie“ zurückzuführen, hieß es in einer Erklärung des türkischen Außenministeriums.

Deutschland müsse „die notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um solche Übergriffe künftig zu verhindern, hieß es in der Erklärung weiter. „Wir erwarten, dass die deutschen Behörden die Straftäter so bald wie möglich festnehmen und vor Gericht stellen“, hieß es. Demnach wurden allein in den vergangenen zehn Tagen in verschiedenen Bezirken Berlins, unter anderem in Neukölln, zehn Brandanschläge verübt.

Der deutschen Politik sowie den Medien warf das Außenministerium in Ankara vor, eine „negative und vorurteilbehaftete“ Einstellung zu Einwanderern zu haben. Deswegen seien diese häufig „Ziel fremdenfeindlicher Gruppen“. In Deutschland leben rund 2,5 Millionen Türken.