Schleswig-Holstein

Albig schlägt Stegner und wird SPD-Spitzenkandidat

Kiels Bürgermeister Torsten Albig ist SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Er setzte sich gegen Landeschef Stegner durch.

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Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig soll die SPD als Spitzenkandidat in die vorgezogene Landtagswahl in Schleswig-Holstein führen. Der 47-Jährige setzte sich bereits im ersten Wahlgang eines Mitgliederentscheids gegen Landeschef Ralf Stegner durch.

Albig ist ein politischer Senkrechtstarter. Der gebürtige Bremer ist erst seit knapp zwei Jahren Kieler Oberbürgermeister. Bei der Direktwahl am 15. März 2009 hatte er sich überraschend bereits im ersten Wahlgang mit 52,1 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Amtsinhaberin Angelika Volquartz (CDU) durchgesetzt.

Ehemaliger Pressesprecher Steinbrücks

Sein Amt bekleidet er zwar erst relativ kurze Zeit. Erfahrungen mit der Politik hat Albig allerdings zuvor schon auf Bundesebene gesammelt. Bis Sommer 2009 war Albig Pressesprecher des damaligen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück (SPD).

Mit seinem Einzug in das Kieler Rathaus schloss sich für Albig ein Kreis. Denn bereits von 2002 bis 2005 war er als Dezernent für die Hafenstadt tätig – unter anderem als Stadtkämmerer.

Als Pressesprecher pendelte der gebürtige Bremer dann zwischen Berlin und Kiel. Dort lebt die Familie mit ihren zwei Kindern seit mehr als acht Jahren.

Sieg über den "roten Rambo" Stegner

Von Stegner unterscheide ihn „die Art der Verbindlichkeit, die Art des Umgangs mit anderen, auch mit politischen Gegnern“, sagte Albig nach Ankündigung seiner Kandidatur 2010.

Im Umgang werde er als offener und höflicher wahrgenommen. Stegner eilt seit Zeiten der großen konfliktbeladenen großen Koalition der Ruf eines „roten Rambos“ voraus.

Mit dem Spitzenkandidaten Stegner hatten die Sozialdemokraten bei der vorzeitigen Landtagswahl im September 2009 nach dem Bruch von Schwarz-Rot mit 25,4 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei Landtagswahlen im Norden erzielt.

Nachteil: Albig ist eher unbekannt

Quereinsteiger Albig eilt der Ruf eines Pragmatikers voraus. In den 16 SPD-Veranstaltungen wollte der als Kieler Oberbürgermeister Finanzknappheit gewohnte Sozialdemokrat keine nicht finanzierbaren Versprechen abgeben. Sein Nachteil ist jedoch, dass er im Land zwischen den Meeren noch nicht so bekannt ist und sich mangels Mandat in den kommenden Monaten auch nicht via Landtag profilieren kann.

Albig ist eher dem bürgerlichen Flügel zuzurechnen. Fakt ist aber auch, dass Albig in Kiel seit Sommer 2009 relativ lautlos mit einem Dreierbündnis aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW), der Partei der dänischen Minderheit, regiert.