Kopf des Tages

Uwe H. Schneider, der Ehrenwächter

Der Beauftragte für Corporate Governance, Uwe H. Schneider, prüft, ob Vorstand Thilo Sarrazin gegen den Verhaltenskodex der Bundesbank verstoßen hat. Sollte dies so sein, könnte der Notenbankvorstand mehrheitlich einen Antrag auf Abberufung beschließen. Ein solcher Schritt wäre in der Geschichte der Institution einmalig.

Uwe H. Schneider steht vor einer Entscheidung, die in ganz Deutschland und darüber hinaus für Wirbel sorgen könnte: Der Darmstädter Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler prüft als „Beauftragter für Corporate Governance“ der Bundesbank, ob Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin mit diskriminierenden Aussagen gegen den Ehrenkodex der Behörde verstoßen und etwa das Ansehen der Notenbank beschädigt hat.

Sollte Schneider zu dem Ergebnis kommen, dass der ehemalige Berliner SPD-Finanzsenator gegen den Kodex verstoßen hat, könnte der Vorstand mehrheitlich beschließen, Sarrazins Abberufung zu beantragen. Ein solcher Schritt wäre in der Geschichte der Bundesbank einmalig. Schneider ist überzeugt, dass seine Bewertung auch bei Weber Gehör finden wird: „Was ich sage, hat Gewicht. Das ist mein Eindruck.“

Bisher hat sich der Leiter des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften vor allem mit juristischen Kommentaren zum Wertpapierhandel und mit Handbüchern zur Managerhaftung in der Fachwelt einen Namen gemacht. Zu seinen herausragenden Eigenschaften zählt der reiselustige Sammler von Spieluhren, dass er gut auf Menschen zugehen und ihnen zuhören kann. „Ich nehme Menschen ernst, bilde mir aber meine eigene Meinung.“