Reaktionen

Das sagen Berliner Politiker zur Bundestagswahl 2017

| Lesedauer: 3 Minuten
Monika Grütters, CDU, bei der Stimmabgabe

Monika Grütters, CDU, bei der Stimmabgabe

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Zwischen Freude und Enttäuschung: Berliner Politiker äußern sich zu den Ergebnissen der Bundestagswahl 2017.

Berliner Politiker reagierten am Sonntagabend ganz unterschiedlich auf die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017.

Die Berliner CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters zeigte sich enttäuscht über das Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl. „Wir hatten andere Umfragewerte und andere Hoffnungen“, sagte Grütters. Dennoch habe die Union die Wahl klar gewonnen, betonte die Kulturstaatsministerin. „Wir sind die letzte Volkspartei und gegen uns kann nicht regiert werden“, betonte die CDU-Politikerin. Zugleich bedauerte Grütters, dass die SPD sich bereits am Wahlabend festgelegt habe, in die Opposition zu gehen. Für ein mögliches Jamaika-Bündnis gebe es positive Signale.

Die Spitzenkandidatin der Berliner SPD, Eva Högl, hat das historisch schlechte Abschneiden ihrer Partei als „ganz bittere Niederlage“ bezeichnet. „Wir haben vier Jahre im Bundestag eine exzellente Politik gemacht“, sagte Högl im RBB. „Aber ganz offensichtlich haben wir die Wähler nicht überzeugen können.“ Jetzt sei es für die SPD richtig, im Bundestag in die Opposition zu gehen und dort „klare Kante“ gegen die AfD zu fahren. Die Rechtspopulisten seien

Die Spitzenkandidatin der Berliner Grünen, Lisa Paus, hat sich für Gespräche mit Union und FDP über eine Regierungsbildung ausgesprochen. „Wenn wir gefragt werden, werden wir ernsthaft in Sondierungen eintreten“, sagte sie am Abend dem RBB. „Bei uns kommt es auf die Inhalte an“, fügte sie hinzu. Den Grünen seien der Klimaschutz, aber auch eine sozialere Mietenpolitik besonders wichtig.

"Jetzt muss Herr Müller endlich handeln"

Die Berliner FDP hat noch vor dem Ergebnis der Volksabstimmung über die Zukunft des Flughafens Tegel den Regierenden Bürgermeister Michael Müller zum Handeln aufgefordert. Man hoffe auf 55 bis 60 Prozent für die Offenhaltung von Tegel, sagte der Berliner FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer am Sonntagabend im Sender RBB und betonte: „Jetzt muss Herr Müller endlich handeln und seine Verzögerungstaktik sein lassen.“

Der Berliner AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski sieht das starke Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl als einschneidendes Ereignis für Deutschland. „Das heutige Wahlergebnis ist ein politisches Erdbeben“, sagte er nach Angaben des AfD-Landesverbandes in einem Interview mit dem US-Sender CNN. „Unser Land, unsere Regeln“, ergänzte Pazderski demnach.

Die bisherige Bundestag-Vizepräsidentin von der Linkspartei, Petra Pau, hat die starken Wahlgewinne der AfD mit einem Rechtsruck in der Gesellschaft erklärt. „So werden wir erstmals Nazis im Bundestag sitzen haben“, sagte Pau. Sie bedauere sehr, dass die Linken den Platz als drittstärkste Partei an die AfD abgeben mussten. Pau versprach jedoch eine starke Oppositionsarbeit.

Alle Berichte zur Bundestagswahl

LIVE - Alle Stimmen, alle Wahlkreise

LIVE: Bundestagswahl und Tegel-Volksentscheid in Berlin - Die Live-Auszählung