US-Präsident

Facebook löscht Wahlwerbung von Trump wegen Nazi-Symbol

Trumps Wahlkampfteam warnt im Netz mit einem Nazi-Symbol vor „linksradikalen Gruppen“. Facebook zeigt die Werbeanzeigen nun nicht mehr.

Twitter stuft Trump-Tweet zu Minneapolis als gewaltverherrlichend ein

Twitter hat einen Tweet von US-Präsident Donald Trump zu den Protesten gegen Polizeigewalt als gewaltverherrlichend eingestuft. "Dieser Tweet verstößt gegen die Twitter-Regeln zur Gewaltverherrlichung", steht an der Stelle des Tweets, in dem Trump den Demonstranten in Minneapolis mit einem Einsatz von Schusswaffen des Militärs droht.

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Washington. Facebook hat einige Wahlkampfanzeigen des US-Präsidenten Donald Trump von der Plattform genommen. Diese zeigten prominent ein umgedrehtes rotes Dreieck, das in NS-Konzentrationslagern für politisch Gefangene verwendet wurde, darunter Personen, die als Kommunisten bezeichnet worden waren. Trumps Wahlkampfteam hatte mit dem roten Winkel vor „linksradikalen Gruppen“ gewarnt.

Die Posts hätten Regeln gegen die Verbreitung von „organisiertem Hass“ in dem sozialen Netzwerk widersprochen, erklärte ein Facebook-Sprecher am Donnerstag. Ohne den nötigen kritischen Kontext könne ein solches Symbol einer „verbotenen Hassgruppe“ nicht verwendet werden, sagte er weiter.

Facebook löscht Trumps Wahlwerbung wegen Nazi-Symbolen

Trumps Wahlkampfteam hatte gepostet, dass „gefährliche Mobs und linksradikale Gruppen“ auf den Straßen unterwegs seien. Es machte sie für die „Krawalle“ und die Zerstörung der Städte verantwortlich. Laut der „Washington Post“ waren die Anzeigen mit einer Petition zur Antifa verlinkt, einem losen Bündnis von Anti-Faschismus-Aktivisten. Trumps Wahlkampagne schrieb in einem Tweet, es habe sich um ein Emoji gehandelt, das auch von der Antifa genutzt werde.

Jüdische Gruppen zeigten sich empört. Ein solches Symbol einzusetzen, „um politische Gegner anzugreifen, ist hochgradig anstößig“, schrieb der Chef der Anti-Defamation League, Jonathan Greenblatt. Trumps Wahlkampfteam müsse sich mit der Geschichte auseinandersetzen, „Unwissen ist keine Entschuldigung“, schrieb er auf Twitter.

Lesen Sie hier unseren Newsblog zu den Protesten in den USA

Facebook war erst vor wenigen Wochen heftig kritisiert worden, weil das Netzwerk umstrittene Äußerungen Trumps nicht von der Plattform nahm oder als problematisch markierte. Twitter hatte die gleiche Aussage mit einem Warnhinweise als gewaltverherrlichend eingestuft. Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg hatte die Äußerungen persönlich verurteilt, aber gleichzeitig erklärt, dass sie im öffentlichen Interesse weiter zugängig sein müssten.

Twitter warnt erneut vor Trump-Tweet

Auch Twitter markierte derweil einen weiteren Tweet Trumps mit einem Warnhinweis. Unter einem von Trump geteilten Video sind jetzt ein blaues Ausrufezeichen und die Wörter „Manipulierte Medien“ zu sehen. In dem Video zu sehen ist zunächst ein schwarzes Kind, das vor einem weißen Kind wegzulaufen scheint. Dazu eingeblendet ist das Logo des TV-Senders CNN sowie unter anderem der Schriftzug „Rassistisches Baby wahrscheinlich Trump-Wähler“. Trump beschwert sich immer wieder über ungerechte Behandlung durch die Medien – insbesondere durch CNN.

In dem Video erscheinen dann die Worte: „Was eigentlich passiert ist“ und es ist zu sehen, dass beide Kinder sich zuvor umarmt haben und in der Folge nicht voneinander weglaufen, sondern miteinander rennen. „Amerika ist nicht das Problem. Fake News sind es“, ist dann zu lesen. Laut der „Washington Post“ handelt es sich um ein manipuliertes Video, das sich bereits 2019 viral verbreitet hatte.

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(dpa/bef)

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