Pandemie

Coronavirus: Ausgehsperre für 40 Millionen Kalifornier

In den USA steigt die Zahl der Coronavirus-Infektionen rasant. Der kalifornische Gouverneur Newsom hat eine Ausgangssperre verordnet.

Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, hat im bevölkerungsreichsten Staat der USA eine allgemeine Ausgangssperre verordnet.

Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, hat im bevölkerungsreichsten Staat der USA eine allgemeine Ausgangssperre verordnet.

Foto: Rich Pedroncelli / dpa

Washington. Amerikas bevölkerungsreichster Bundesstaat zieht aus der grassierenden Coronavirus-Krise die bislang härteste Konsequenz: In Kalifornien gilt seit Freitag auf unbestimmte Zeit für 40 Millionen Menschen eine allgemeine Ausgangssperre. Wichtige öffentliche Einrichtungen, Apotheken, Supermärkte, Tankstellen, Banken und Waschsalons bleiben geöffnet. Restaurants dürfen weiter Essen ausliefern.

Der demokratische Gouverneur Gavin Newsom sieht sich zu dem Schritt gezwungen, weil sich nach seinen Worten andernfalls über 25 Millionen Kalifornier mit dem Erreger Sars-CoV-2 anstecken würden. Laut Newsom verdoppeln sich in mehreren Regionen des Bundesstaates an der Westküste die Infektionszahlen alle vier Tage.

Coronavirus-Pandemie: Auch in New York City steigt Infizierten-Zahl rasant

Der Gouverneur hatte zuvor von der Zentralregierung in Washington Finanzhilfen im Umfang von einer Milliarde Dollar erbeten, um der Krise Herr zu werden, die sich nach übereinstimmenden Medienberichten landesweit vor allem in Krankenhäuser abspielen wird: Dort fehlt es an Akut-Betten, Beatmungsgeräten und der nötigen Schutzkleidung (Atemmasken, Handschuhe) für Ärzte und Pfleger.

Ähnliche Dramatik zeichnet sich in der größten Metropole an der Ostküste ab. Wie Gouverneur Andrew Cuomo am Abend mitteilte, ist die Zahl der Infektionen in New York City binnen zwei Tagen um das Vierfache auf über 4000 gestiegen. Zum Vergleich: In ganz Amerika lag die Zahl am Freitagmorgen bei knapp über 14.000. 200 Menschen starben bisher an den Folgen. Weil die möglichst flächendeckende Testung von Menschen, die Symptome aufweisen, im ganzen Land erst ganz am Anfang steht, rechnen Experten binnen der nächsten vier bis sechs Wochen mit einem rasanten Anstieg der Fallzahlen.

Engpass bei Krankenhausbetten und Beatmungsgeräten

„Es geht um Hunderttausende“, heißt es inoffiziell in Kreisen der Seuchenschutzbehörde CDC in Atlanta. Bisher sind rund 105.000 Amerikaner getestet worden, vor einer Woche waren es erst 10.000. Zum Vergleich: In Südkorea wurden über Wochen 15.000 Menschen getestet – am Tag. Im „Hotspot“ New York City zeichnet sich ein kaum zu bewältigender Engpass bei geeigneten Krankenhausbetten ab.

Zudem hält Gouverneur Cuomo die Bevorratung mit 30.000 Beatmungsgeräten für Patienten für notwendig, bei denen das Virus Lunge und Atemwege stark geschädigt hat. Zurzeit gebe es kaum mehr als 6000, sagte er. Wie schnell die Lage eskalieren kann, zeigt sich im Bundesstaat Washington im äußersten Nordwesten der USA. Dort liegt die Zahl der Corona-Toten seit gestern bei 74, so viele wie derzeit in keinem anderen US-Bundesstaat.

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