Schmugglerware

Präsident der Philippinen lässt Bulldozer auf Luxusautos los

Der Präsident der Philippinen greift im Kampf gegen Kriminelle oft zu zweifelhaften Mitteln. Nun ließ er Dutzende Luxusautos zerstören.

Ein mutmaßlich illegal in die Philippinen importierter Lamborghini nach seiner Behandlung durch einen Bulldozer.

Ein mutmaßlich illegal in die Philippinen importierter Lamborghini nach seiner Behandlung durch einen Bulldozer.

Foto: HANDOUT / REUTERS

Cagayan.  Rodrigo Duterte steht für sein Vorgehen gegen Kriminelle nicht erst seit gestern international in der Kritik. Der Präsident der Philippinen, der seit zwei Jahren in dem südostasiatischen Inselstaat regiert, hat vor allem mit seinem harten Vorgehen gegen die Drogenkriminalität viele Menschenrechtler gegen sich aufgebracht.

Nun wollte der 73-Jährige auch ein Zeichen gegen Schmuggel setzen – und griff erneut zu einem zumindest unkonventionellen Mittel: Vor laufenden Kameras ließ er einen Bulldozer über Dutzende Luxusautos und -motorräder rollen – Wagen im Wert von mehr als fünf Millionen Euro, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Duterte, der die Aktion in der Stadt Santa Anna in der Provinz Cagayan persönlich überwachte, erklärte, sämtliche Fahrzeuge seien illegal ins Land gekommen. Die Massenverschrottung solle Schmuggler abschrecken.

Duterte will Feldzug gegen Drogenkriminalität fortführen

Wenige Tage zuvor hatte Duterte trotz aller internationalen Kritik erklärt, auch an seinem Feldzug gegen Drogenkriminalität festhalten zu wollen. In seiner alljährlichen Rede zur Lage der Nation sagte Duterte vor dem Parlament in der Hauptstadt Manila: „Der Krieg gegen illegale Drogen ist noch lange nicht vorbei.“ Er werde „so kalt und unbarmherzig fortgeführt wie am ersten Tag“.

Nach offiziellen Angaben wurden während seiner Amtszeit mehr als 4200 Menschen bei Einsätzen gegen Drogenkriminalität von der Polizei getötet. Menschenrechtler schätzen, dass es in Wahrheit mindestens 12.000 waren, darunter auch zahlreiche Unschuldige. Nach Umfragen steht die Mehrheit der Bevölkerung trotzdem hinter ihm.

Duterte kündigte an, sich auch durch Proteste nicht von seinem Kurs abbringen zu lassen. An die Adresse von mehreren Zehntausend Demonstranten, die am Montag gegen ihn protestierten, sagte er: „Eure Sorge sind die Menschenrechte. Meine sind Menschenleben. Die zerstört werden von Chemikalien wie Shabu, Kokain, Cannabis und Heroin.“ Shabu ist auf den Philippinen das Slang-Wort für Chrystal Meth.

(ba/dpa)