Frankreich-Wahl

Neue Ermittlungen gegen Fillon wegen teurer Anzüge

Der französische Präsidentschaftskandidat François Fillon ist mit neuen Betrugsvorwürfen konfrontiert. Auch seine Wählergunst sinkt.

François Fillon muss sich weiteren Untersuchungen stellen.

François Fillon muss sich weiteren Untersuchungen stellen.

Foto: David Vincent / dpa

Paris.  Das Ermittlungsverfahren gegen den französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon wird ausgeweitet. Die Untersuchungen konzentrierten sich nun auch auf Luxusanzüge, die der konservative Politiker einem Medienbericht zufolge von einem Freund erhalten haben solle, verlautete am Donnerstagabend aus Justizkreisen.

Die Zeitung "Journal du Dimanche" hatte geschrieben, Fillon habe seit 2012 Anzüge und andere Kleidung im Wert von knapp 50.000 Euro als Geschenke erhalten. Fillon bezeichnete den Bericht als Verleumdungskampagne.

Die französische Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag gegen Fillon ein Ermittlungsverfahren wegen seiner Scheinbeschäftigungsaffäre eröffnet. Er wird beschuldigt, seine Frau jahrelang nur zum Schein beschäftigt und dafür Hunderttausende Euro Steuergelder kassiert zu haben. Fillon weist die Anschuldigungen zurück und hält trotz der Ermittlungen an seiner Kandidatur fest.

Drei Viertel der Franzosen haben genug von Fillon

Rund fünf Wochen vor der Präsidentenwahl in Frankreich verliert Fillon aber weiter an Rückhalt in der Bevölkerung. Einer Umfrage zufolge sprachen sich 75 Prozent der Wähler für seinen Rückzug aus. Bei fast 90 Prozent der Franzosen gilt der Politiker als nicht aufrichtig, wie aus einer vom Radiosender France Info in Auftrag gegebenen Befragung hervorging.

Die Ergebnisse zeigen, wie sehr der einstige Favorit im Rennen um das höchste Staatsamt in der Wählergunst gesunken ist. Seit Januar hat der ehemalige Ministerpräsident kontinuierlich an Popularität eingebüßt und dürfte Umfragen zufolge nun bereits bei der ersten Wahlrunde am 23. April ausscheiden.

An Zustimmung gewonnen haben dagegen der frühere Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sowie Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National.

Macron wohl in Stichwahl vor Le Pen

Der jüngsten Opinionway-Umfrage zufolge legt Le Pen in der ersten Runde einen Punkt zu und kommt auf 28 Prozent. Macron verharrt bei 25 Prozent. Fillon gewinnt ebenfalls einen Punkt auf 20 Prozent. Bei Ipsos geht Le Pen in der ersten Runde unverändert mit 27 Prozent als Siegerin hervor. Macron ist ihr mit 26 Prozent (plus ein Punkt) dicht auf den Fersen. Fillon kommt wie zuvor auf 17,5 Prozent.

Die Ergebnisse beider Institute weisen darauf hin, dass Macron sich in der Stichwahl am 7. Mai gegen Le Pen durchsetzen wird: Bei Opinionway mit 59 zu 41 Prozent. Bei der Ipsos-Erhebung, die von der Tageszeitung Le Monde veröffentlicht wurde, ist der Sieg Macrons mit 61 Prozent noch deutlicher. Le Pen käme hier auf 39 Prozent. (dpa/rtr)

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