Protest in der Ukraine

"Femen"-Frau attackiert Stück der Berliner Mauer in Kiew

Martin Niewendick
Eine Mitarbeiterin der Botschaft beäugt die Protestaktion kritisch

Eine Mitarbeiterin der Botschaft beäugt die Protestaktion kritisch

Foto: Screenshot: BMO

Die halbnackte Aktivistin wollte mit der Aktion vor der deutschen Botschaft in der Ukraine für eine Öffnung zur EU demonstrieren.

27 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer macht sich erneut ein "Mauerspecht" über den "antifaschistischen Schutzwall" her. An der deutschen Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew stürmte eine barbusige Frau auf ein dort stehendes Stück der Mauer zu und drosch mit einem Vorschlaghammer darauf ein.

Auf ihrem Rücken prangte in weißen Lettern „Break the Wall“ ("Zerstöre die Mauer"), am Hammer baumelten Bändchen in den ukrainischen Nationalfarben.

Nackter Protest vor Deutscher Botschaft in Kiew
Nackter Protest vor Deutscher Botschaft in Kiew

Die feministische „Femen“-Gruppe bekannte sich zu der Aktion. Die Attacke fand am vergangenen Mittwoch statt, während im 2000 Kilometer entfernten Brüssel der EU-Ukraine-Gipfels tagte.

Die EU sicherte dem Land während der Gespräche weitreichende Unterstützung im Konflikt mit Russland zu. Die Protest-Aktion richte sich gegen „kurzlebige Mauern auf dem Weg zu einer demokratischen Zukunft der Ukraine“, schrieb "Femen" auf ihrer Website. Die Mauer sei ein legendäres Symbol der Trennung. Die Ukraine gilt als möglicher EU-Beitrittskandidat.

Bei dem Gipfel in Brüssel wurden den ukrainischen Verhandlungspartnern unter anderem ein Ende des Visa-Zwangs sowie eine Verlängerung der Sanktionen gegen Russland in Aussicht gestellt.

Mit zwei Femen-Frauen im rosaroten Barbie-Haus

Die „Femen“ wurden 2008 in Kiew gegründet und sorgen seitdem mit ihren „Nacktprotesten“ immer wieder für Aufsehen. Auch in Berlin ist die Gruppe aktiv.

2014 stürmten "Femen"-Aktivistinnen das Rote Rathaus in Berlin, um während der „Islamwoche Berlin 2014“ gegen Islamismus zu protestieren. Ein Jahr zuvor verbrannten Mitglieder der Gruppe ein Kreuz vor dem "Barbie-Haus" am Alexa.

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